Besuch bei Gianfranco Kozlovic

Fazana (1 von 1)Seit fünf Jahren erlebt die Halbinsel Istrien einen Weinboom, der auf das Engagement einiger Jungwinzer zurückzuführen ist. Istrien ist für seine lange Weinkultur bekannt, die durch die Zeit des Kommunismus und des Krieges einen herben Rückschlag erlitt. Die bekanntesten Rebsorten Istriens, aus denen mann Spitzenwein keltern kann sind der Momjaner Muskat, Malvasia und Teran.

Gianfranco Kozlovic ist laut den Aussagen von Weinkennern der istrianischen Weinszene der Produzent des besten trockenen Weißweins Istriens. So machte ich mich während des Istrienurlaubs kurzentschlossen auf den Weg nach Momjan dem besonderen Weinort an der kroatisch slowenischen Grenze. Momjan liegt etwas versteckt in einem sehr schmalen Tal in der Nähe von Buje. Von weitem konnte man schon eine neue Baustelle erkennen, ein Zeichen, dass Koslovic sein Weingut von grundauf erneuert, um sich auf den wachsenden Bedarf seiner Weine einzustellen.

Dort angekommen machte ich sogleich Bekanntschaft mit dem Chef selbst, der mir seine Weine persönlich vorstellte. Gespannt war ich auf seinen Malvasia Santa Lucia. Der Malvasia Santa Lucia von 2001, von dem nur insgesamt einige tausend Flaschen produziert wurden, ist einer der wenigen wirklich großen kroatischen Weißweine. Sein Basiswein ist ein trocken ausgebauter Malvasia, der sehr weich und fruchtig daherkommt. Ein wunderbarer Essensbegleiter für Schaltiere und Pasta. Im Geschmack erinnert er mich an eine Mischung aus Silvaner und Sauvignon Blanc mit etwas mehr Restsüße.

Nun war der Santa Lucia an der Reihe eine Selektion aus Malvasia, die nur in den besten Jahren produziert wird. Der Santa Lucia wird zu 80 % in Inox Tanks und zu 20% in französicher Eiche ausgebaut. Umgehauen hat mich der Blick auf den Alkoholgehalt des Weines, der mit 15% angegeben wird aber im Geschmacksbild nicht zutagetritt. Der Santa Maria ist goldgelb in der Farbe und läuft ins Glas wie bestes Olivenöl. Die Nase ist intensiv, wie alle Malvasias. Düfte nach frischer Aprikose und reifer Wiliamsbirne kommen in meiner Nase an. Am Gaumen präsentiert er sich voll fruchtig mit etwas Vanille, ein großer Weißwein, der hält, was er verspricht. Säure, Restsüße und Alkohol stehen im richtigen Verhältnis zueinander, der Abgang ist sehr lang. Zum Essen wäre er mir eine Spur zu fett.

Als nächsten Wein probierte ich den Momjaner Muskat, ein herrlich fruchtiger Wein, mit 8 Gramm Restsüße. Er ist superintensiv in der Nase und auch am Gaumen eine Fruchtbombe ohne abstingierende Süße. Mir hat dieser Wein extrem gut gefallen und erinnerte mich an den Moskato Giallo von Manincor. Überhaupt sucht Gianfranco Kozlovic seine Vorbilder in Südtriol und das wirklich zu Recht und nicht ohne Grund, denn das istrianische Porec und St. Michele (Südtriol) haben eine geinsame Vergangenheit, was das keltern von Weinen anbelangt. Im Jahre 1904 gehörten die Weininstitute St. Michele und Porec noch zusammen. So ist es auch zu erklären, dass der Rosenmuskaleller, eine sehr seltene Weinsorte in Kroatien und in Südtriol zu finden ist.

Gianofranco Kozlovic macht exzellente Weißweine, die das Terroir Istriens wiedergeben. Ich bin mir sicher er wird in Zukunft über die Grenzen Istriens bekannt werden.

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2 Kommentare zu „Besuch bei Gianfranco Kozlovic“

  • vinophil sagt:

    Interessanter Artikel, da krieg man direkt wieder Lust auf “die wilden Weine” das Ostens.

    Ich hatte mal das Glück, mich in Slowenien umsehen zu dürfen. Dort war mein Favorit “Cotar”. Er kultiviert auch die von dir genannten Rebsorten Malvasia und Teran. Die Weine werden teilweise mit extrem langhen Maischestandzeiten ausgebaut (auch die Weißen) und erinnern an die Weine der “Friauler-Freaks” vom Schlage Angelino Maule oder Radikon.

    Wenn du Lust und Zeit hast auf dem Rückweg dort vorbei zu fahren, sag Bescheid. Es lohnt sich:)

    Wünsche euch noch einen schönen und erholsamen Urlaub,
    Cheers

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