Wie bekommen die Deutschen ihre Weinkultur zurück? – Teil 1 (Die Selbstreflexion)

Ich stelle mir diese Frage als Laie, der sich seit 2 Jahren intensiver mit dem Thema Wein beschäftigt. Über einen Freund der Familie und die Begeisterung für den Medoc-Marathon wuchs nach und nach das Interesse für gute Weine. Angefangen habe ich wie so viele Weinfreunde mit opulent gemachten Überseeweinen, die mir auf Anhieb gut gefielen, weil sie doch so viel besser schmecken, als der Dornfelder halbtrocken der Schwiegermutter. Nichts gegen meine Schwiegermutter ich liebe Sie (anm. der Red.). Deutsche Weine und auch der inzwischen von mir geliebte Pinot Noir waren zu Beginn nie ein Thema. Sicher hat dies auch damit zu tun, das ich nicht in einer Weinregion wohne und somit wie so viele in erster Linie meine Weine bei Aldi bezog. Das Interesse für Deutsche Weine wuchs Step by Step durch den guten Kontakt zum Weinfachberater der Weinabteilung von Karstadt Gießen. Regelmäßige Kostproben an seiner Weintheke führten dazu, dass ich nun wusste, dass Spätburgunder und Pinot Noir die gleiche Rebsorte sind u.v. m. Nach ein paar Wochen meldete ich mich und meine Frau zu einer Weinprobe in einem Bioweinlager an, um das Geschmacksbild weiter zu entwickeln.

Bei Aldi war ich nun in der Lage die Etiketten besser zu verstehen und suchte gezielt nach besonderen Weinen, die jenseits der drei Euro Grenze lagen. So wanderte der eine oder andere gute deutsche Wein in meinen “Weinkeller” S.A. Prüm , Keller, Lang u.s.w aber auch bei REWE wurde ich fündig, so kaufte ich mit dem 2007 Winkeler Hasenprung Riesling trocken auch einmal mehr als eine Flasche. Angeregt wurde ich zu diesem Kauf durch die Zeitschrift WEINWELT in der ich lass, dass dieser Wein für 5,49 mit 89 Punkt in der WEINWELT Skala ganz ordentlich abschnitt.  Bewertungspunkte für Weine! Jetzt konnte ich also einkaufen ohne vorher zu probieren und würde keinen Schiffbruch erleiden! Ich begann damit im Internet nachzusehen, wie viele Punkte meine Kellerleichen hatten. Die Ernüchterung kam schnell, viele Weine lagerten dort, die in keiner Punkteskala zu finden waren, schon gar nicht in der Skala von Weinguru Parker.

Was ich hier beschrieben habe ist sicherlich eher die Entwicklung eines Hobbys, als die Entwicklung von persönlicher Weinkultur. In Nationen mit einer Weinkultur zu der die Italiener und Franzosen gehören ist Wein ein alltägliches Nahrungsmittel. Ich habe im Titel geschrieben, wie bekommen die Deutschen ihre Weinkultur zurück. Für mich stellt sich nun die Frage:

1. Wann haben sie diese Kultur verloren?

2. Haben Sie je eine Weinkultur besessen?

Um diese Fragen beantworten zu können bedarf es sicherlich einer gründlichen Recherche. Ich werde mal sehen wie tief sich mit Bordmitteln in die Materie eintauchen lässt. Fakt ist, dass die Deutschen momentan nicht viel für Nahrungsmittel und Wein auszugeben bereit sind. Ich bin es mittlerweile, nachdem ich erschmeckt habe wie interessant das Thema Wein ist und wieviel Spaß es macht mit Freunden dieses unendliche Thema zu ergründen. Habe ich nun so etwas wie Weinkultur nur weil Wein mir jetzt interessiert? Ich fühle mich zumindestens ein wenig so, als hätte ich etwas wie Weinkultur. Ich freue mich über Kommentare!


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