Archiv für die Kategorie „Sport und Wein“
Frühburgunder Barrique 2006 -Maibachfarm

Die Maibachfarm, nahe Ahrweiler, liegt in einem idyllischen Seitental oberhalb des Klosters Kalvarienberg. Es handelt sich hierbei um einen sehr umfangreichen Betrieb. Neben landwirtschaftlichen Flächen, bepflanzt mit Salat, Kräutern, Obst, Gemüse und vielem anderem umfasst die Maibachfarm 15 Hektar Weinberge. Weinberge in den besten Weinbergslagen des Ahrtals. Auf dieses Weingut bin ich durch eine Verkostung in Ellen Faupels Bioweinlager gekommen. Besonders der Frühburgunder stach durch eine enorme Komplexität und Feinheit hervor.
Kleiner Exkurs::
Der Frühburgunder ist eine eigenständige Rebsorte, die durch natürliche Mutation aus dem Spätburgunder entstand. Er unterscheidet sich zunächst durch die frühere Reife (ca. zwei Wochen früher als der Spätburgunder), daher auch die Namensgebung. Dadurch ist der Frühburgunder so gut wie nie von Grauschimmelfäule (Botrytis cinerea) befallen, der beim Spätburgunder die Farbe negativ beeinflussen kann. Die Beeren des Frühburgunders sind kleiner als die des Spätburgunders. Viele Geschmacksstoffe sitzen in der Schale der Weinbeeren. Da bei kleineren Beeren das Verhältnis von Schale zum Rest der Beere größer und der Ertrag außerdem dadurch niedriger ist, bringt der Frühburgunder nicht selten samtigere und gehaltvollere Weine als sein Bruder hervor. (Wikipedia)
Da 2006 ein wirklich hervorragendes Jahr an Ahr war, konnte man einiges erwarten. In der Nase spürt man sofort die typische Ahr Pinot Note, eine besonders fruchtige mineralische Note, den ich so nur von den Ahr Burgundern kenne. Schwarze Kirschen und etwas Cassis gepaart mit einer dezenten Holznote drängen sich an der gekrümmten Nasenscheidewand vorbei. Schon beim ersten Schluck präsentiert sich ein enorm komplexer Pinot der samtweich die Kehle hinunterläuft. Im Vergleich zu seinem reinrassigen Pinot Noir Nebenbuhler aus dem gleichen Jahr ist der Frühburgunder deutlich zugänglicher. Im Abgang enorm lang mit einer für meinen Geschmack zu intensiven Holznote. Hier wäre weniger mehr gewesen. Trotzdem ein sehr eleganter Pinot den man Freunden sehr weicher intensiver Pinots empfehlen kann. Ich würde ihm 88 Punkte geben – da er durch zuviel Holz etwas verliert.
Der Weg aus der Golfkriese

Ist man erst mal richtig in der Golfkrise, ist es ganz schwer da wieder heraus zu kommen. Zuerst habe ich es mit beten versucht, das hat nichts geholfen. Dann habe ich mit den Bällen gesprochen auch das hat nichts geholfen. Kürzlich hat mir jemand etwas von einem intermediate Target erzählt und das hat geholfen. Man legt sich flach auf den Rasen und schaut ganz lange den Ball an, dann sucht man sich Targets aus die vor dem Ball sind und zielt auf diese. Wenn man nun entlang der gedachten Linie zwischen intermediate Target und Ball spielt geht der Ball ins Loch. Probiert es mal aus es funktioniert.
Die Golfkrise ist zurück
Nach vielen Tagen auf der Driving Ranch (ge) hat sich bei mir eine Tiefe Krise eingestellt. Ich treff den scheiß Ball einfach net mehr. Rechts, Links in die Erd überall hin nur net da wo der blöde Ball hin soll nämlich gerade fliegen und zwar möglichst ins Loch. Ich habe die dollsten Ansprechpositionen für den Ball ausgesucht aber gar nix hats genützt. Die Golfkrise sitzt tief und manifestiert sich in nächtlichen Zuckungen im rechten Handgelenk,die sich bis in Gehirn übertragen, führen aber nicht zum gefürchteten Schleudertrauma. Wenn ich von rechts komme steht das Blatt offen und wenn ich von links komme, dann ist der Socket vorprogammiert. Es kann auch sein das mein Schaft am Driver Stiff ist und nicht Regular? Wer kann mir bloß helfen. Bestimmt der Würtz, denn der weiß ja auch warum Löcher im Putter sind.
Wie bekommen die Deutschen ihre Weinkultur zurück? – Teil 1 (Die Selbstreflexion)
Ich stelle mir diese Frage als Laie, der sich seit 2 Jahren intensiver mit dem Thema Wein beschäftigt. Über einen Freund der Familie und die Begeisterung für den Medoc-Marathon wuchs nach und nach das Interesse für gute Weine. Angefangen habe ich wie so viele Weinfreunde mit opulent gemachten Überseeweinen, die mir auf Anhieb gut gefielen, weil sie doch so viel besser schmecken, als der Dornfelder halbtrocken der Schwiegermutter. Nichts gegen meine Schwiegermutter ich liebe Sie (anm. der Red.). Deutsche Weine und auch der inzwischen von mir geliebte Pinot Noir waren zu Beginn nie ein Thema. Sicher hat dies auch damit zu tun, das ich nicht in einer Weinregion wohne und somit wie so viele in erster Linie meine Weine bei Aldi bezog. Das Interesse für Deutsche Weine wuchs Step by Step durch den guten Kontakt zum Weinfachberater der Weinabteilung von Karstadt Gießen. Regelmäßige Kostproben an seiner Weintheke führten dazu, dass ich nun wusste, dass Spätburgunder und Pinot Noir die gleiche Rebsorte sind u.v. m. Nach ein paar Wochen meldete ich mich und meine Frau zu einer Weinprobe in einem Bioweinlager an, um das Geschmacksbild weiter zu entwickeln.
Bei Aldi war ich nun in der Lage die Etiketten besser zu verstehen und suchte gezielt nach besonderen Weinen, die jenseits der drei Euro Grenze lagen. So wanderte der eine oder andere gute deutsche Wein in meinen “Weinkeller” S.A. Prüm , Keller, Lang u.s.w aber auch bei REWE wurde ich fündig, so kaufte ich mit dem 2007 Winkeler Hasenprung Riesling trocken auch einmal mehr als eine Flasche. Angeregt wurde ich zu diesem Kauf durch die Zeitschrift WEINWELT in der ich lass, dass dieser Wein für 5,49 mit 89 Punkt in der WEINWELT Skala ganz ordentlich abschnitt. Bewertungspunkte für Weine! Jetzt konnte ich also einkaufen ohne vorher zu probieren und würde keinen Schiffbruch erleiden! Ich begann damit im Internet nachzusehen, wie viele Punkte meine Kellerleichen hatten. Die Ernüchterung kam schnell, viele Weine lagerten dort, die in keiner Punkteskala zu finden waren, schon gar nicht in der Skala von Weinguru Parker.
Was ich hier beschrieben habe ist sicherlich eher die Entwicklung eines Hobbys, als die Entwicklung von persönlicher Weinkultur. In Nationen mit einer Weinkultur zu der die Italiener und Franzosen gehören ist Wein ein alltägliches Nahrungsmittel. Ich habe im Titel geschrieben, wie bekommen die Deutschen ihre Weinkultur zurück. Für mich stellt sich nun die Frage:
1. Wann haben sie diese Kultur verloren?
2. Haben Sie je eine Weinkultur besessen?
Um diese Fragen beantworten zu können bedarf es sicherlich einer gründlichen Recherche. Ich werde mal sehen wie tief sich mit Bordmitteln in die Materie eintauchen lässt. Fakt ist, dass die Deutschen momentan nicht viel für Nahrungsmittel und Wein auszugeben bereit sind. Ich bin es mittlerweile, nachdem ich erschmeckt habe wie interessant das Thema Wein ist und wieviel Spaß es macht mit Freunden dieses unendliche Thema zu ergründen. Habe ich nun so etwas wie Weinkultur nur weil Wein mir jetzt interessiert? Ich fühle mich zumindestens ein wenig so, als hätte ich etwas wie Weinkultur. Ich freue mich über Kommentare!
Golf auf Brijuni – ein tierisches Erlebnis

Haben Sie jemals in Ihrer Karriere als Golfer in der Gesellschaft von Hirschen, Mufflons, Hasen und Pfauen Golf gespielt? Haben Sie jemals auf sandigen Greens geputtet? Sofern Sie ein ganz neues Erlebnis beim Golfspielen erfahren möchten, dann muss der Golfplatz auf Brioni Ihr nächstes Ziel werden. Hier wird Golf auf einem einzigartigen Golfplatz aus dem Jahr 1922 gespielt, der damals lobenswerterweise als der größte und natürlich schönste Golfplatz zu jener Zeit galt.
Als sich Paul Kupelwieser entschloss, aus den Brioni einen Ferienort für die High-Society zu schaffen, war ihm klar, dass er auch einen Golfplatz bauen müsse. Paul Kupelwieser stirbt zwar im Jahr 1919, doch von der Idee des Vaters eingenommen, nimmt sein Sohn Karl dieses Projekt im Laufe des Jahres 1922 in Angriff. Bereits im Jahr 1923 findet das erste
Golfturnier statt. Damals handelte es sich um die erste Golfanlage (ein mit Hotels verbundener Platz) in diesem Raum. Da sich sowohl die Zahl der Spieler, als auch ihre Ansprüche steigerten, bestand die Notwendigkeit den eigentlichen Platz neu zu gestalten. Dieser wurde im Zeitraum von 1923 bis 1933 vier Mal verändert. Der letzte, und gleichzeitig größte und qualitativste, wurde einen der besten Golfarchitekten zu jener Zeit, George Thomas und Tom Simpson, anvertraut. Im Frühjahr 2006 sind alle 18 Löcher nach den Zeichnungen dieser großen Meister rekonstruiert worden.
Das, was Golfer am Platz auf Brioni am meisten impressioniert, ist die Atmosphäre, die von diesem Terrain ausgeht. Hier kann man noch immer den Reiz des Spiels in einer unberührten Natur spüren. Dieser, man kann zu Recht sagen, ökologische Golfplatz hinterlässt einen tiefen Eindruck. Hier werden keine Pestiziden verwendet, es gibt auch keine künstliche Bewässerung, so dass auch das Grün des Platzes von den Wetterverhältnissen abhängt. Hier ist alles, als ob die Zeit vor 80 Jahren stehen geblieben wäre.
Alles, was ein moderner Golfer von einem Platz verlangt, wird ihm hier geboten: Strategie des Spiels, Benutzung aller Arten von Schlägern und Abschlägen, Herausforderungen…
Angaben zum Golfplatz: In der Stille des nordöstlichen Teils der Insel befinden sich 18 Löcher (PAR 71, SSS 71), Länge 5.486 m (Länge für Damen – 4.977 m). Der Platz ist nicht zu anspruchsvoll, und daher ist er für alle Spieler geeignet (von Freizeitgolfern bis zu Profis). Die Fairways sind breit und lassen diverse Spielfehler zu. Als Hindernisse auf dem Platz dienen Sandgruben (Bunker), genügend kleine Wäldchen, vereinzelte Bäume und Sträucher, sowie natürlich Wasserhindernisse. Ein besonderes Erlebnis sind die vorbeiwanderenden Pfaue und Hirsche, die einem einen wunderschönen guten morgen wünschen. Ein Fore rufen hilft da nichts, man muss warten bis sie wieder weg sind. Man fühlt sich hier und da wie in der Afrikanischen Savanne. Es ist ein wahnsinnig tolles Naturerlebnis, welches hier und da an Crossgolf erinnert.
Besuch bei Gianfranco Kozlovic
Seit fünf Jahren erlebt die Halbinsel Istrien einen Weinboom, der auf das Engagement einiger Jungwinzer zurückzuführen ist. Istrien ist für seine lange Weinkultur bekannt, die durch die Zeit des Kommunismus und des Krieges einen herben Rückschlag erlitt. Die bekanntesten Rebsorten Istriens, aus denen mann Spitzenwein keltern kann sind der Momjaner Muskat, Malvasia und Teran.
Gianfranco Kozlovic ist laut den Aussagen von Weinkennern der istrianischen Weinszene der Produzent des besten trockenen Weißweins Istriens. So machte ich mich während des Istrienurlaubs kurzentschlossen auf den Weg nach Momjan dem besonderen Weinort an der kroatisch slowenischen Grenze. Momjan liegt etwas versteckt in einem sehr schmalen Tal in der Nähe von Buje. Von weitem konnte man schon eine neue Baustelle erkennen, ein Zeichen, dass Koslovic sein Weingut von grundauf erneuert, um sich auf den wachsenden Bedarf seiner Weine einzustellen.
Dort angekommen machte ich sogleich Bekanntschaft mit dem Chef selbst, der mir seine Weine persönlich vorstellte. Gespannt war ich auf seinen Malvasia Santa Lucia. Der Malvasia Santa Lucia von 2001, von dem nur insgesamt einige tausend Flaschen produziert wurden, ist einer der wenigen wirklich großen kroatischen Weißweine. Sein Basiswein ist ein trocken ausgebauter Malvasia, der sehr weich und fruchtig daherkommt. Ein wunderbarer Essensbegleiter für Schaltiere und Pasta. Im Geschmack erinnert er mich an eine Mischung aus Silvaner und Sauvignon Blanc mit etwas mehr Restsüße.
Nun war der Santa Lucia an der Reihe eine Selektion aus Malvasia, die nur in den besten Jahren produziert wird. Der Santa Lucia wird zu 80 % in Inox Tanks und zu 20% in französicher Eiche ausgebaut. Umgehauen hat mich der Blick auf den Alkoholgehalt des Weines, der mit 15% angegeben wird aber im Geschmacksbild nicht zutagetritt. Der Santa Maria ist goldgelb in der Farbe und läuft ins Glas wie bestes Olivenöl. Die Nase ist intensiv, wie alle Malvasias. Düfte nach frischer Aprikose und reifer Wiliamsbirne kommen in meiner Nase an. Am Gaumen präsentiert er sich voll fruchtig mit etwas Vanille, ein großer Weißwein, der hält, was er verspricht. Säure, Restsüße und Alkohol stehen im richtigen Verhältnis zueinander, der Abgang ist sehr lang. Zum Essen wäre er mir eine Spur zu fett.
Als nächsten Wein probierte ich den Momjaner Muskat, ein herrlich fruchtiger Wein, mit 8 Gramm Restsüße. Er ist superintensiv in der Nase und auch am Gaumen eine Fruchtbombe ohne abstingierende Süße. Mir hat dieser Wein extrem gut gefallen und erinnerte mich an den Moskato Giallo von Manincor. Überhaupt sucht Gianfranco Kozlovic seine Vorbilder in Südtriol und das wirklich zu Recht und nicht ohne Grund, denn das istrianische Porec und St. Michele (Südtriol) haben eine geinsame Vergangenheit, was das keltern von Weinen anbelangt. Im Jahre 1904 gehörten die Weininstitute St. Michele und Porec noch zusammen. So ist es auch zu erklären, dass der Rosenmuskaleller, eine sehr seltene Weinsorte in Kroatien und in Südtriol zu finden ist.
Gianofranco Kozlovic macht exzellente Weißweine, die das Terroir Istriens wiedergeben. Ich bin mir sicher er wird in Zukunft über die Grenzen Istriens bekannt werden.
Zur Webseite
Golf und Wein
Durch Zufall bin ich eine deutschsprachige Seite gestoßen, die sich mit dem Thema Golf und Wein beschäftigt. Nach genauerem hinsehen handelt es sich um eine in Südafrica vertriebene Zeitschrift, die deutsche Wurzeln zu haben scheint. Die Zeitschrift und auch die Webseite sind nur auf Lifstyle ausgerichtet und zielen natürlich in erster Linie auf das finanzkräftige Publikum Südafricas ab. Die Seite hat aber nicht nur Golf und Wein im Blick sondern beschäftigt sich auch mit kulturellen Veranstaltungen rund um das Kap. Die Seite ist Informativ und sehr empfehlenswert für Weinkenner, die auch sehr gerne mal auf die Runde gehen. Wer also einmal eine Reise nach Südafrica machen möchte und das Bag mitzunehmen beabsichtigt, der sollte sich diese Seite unbedingt ansehen, auch wegen den Unterkunftsempfehlungen.
Pinot Day
Das erste Sport und Wein Projekt Pinot Day ist zuende. Die Resonanzen der Teilnehmer und Sponsoren waren wirklich durchweg so Klasse, das wir auf jeden Fall im nächsten Jahr wieder einen Pinot Day durchführen werden. Der Termin steht schon fest, es wird der 05.06.2010 sein. Aktuelle Berichte, Fotos und Videos sehen auf der Seite pinot-day.de .
Gastverkoster bei den Drunkenmondays
Die Jungs vom Drunkenmonday sind eine Truppe geselliger Weinexperten, die sich regelmäßig alle zwei Wochen in Giessen zusammenfindet, um mit Wein über Wein zu philiosphieren. Außnahmsweise traf man sich dieses mal an einem Mittwoch zur Müller Thurgau Verkostung. Alle waren gespannt, welche besonderen Müllers die Teilnehmer auf den Tisch stellten.
Hier sind Sie ! alle Müllers nebeneinander entblößt und erleichtert

Achkarren, Lemler (Mittelrhein), Haas (Südtriol), Stahl, Zur Schwane, Juliusspital,Fürst (Franken) Pawis (Saale Unstruth) und Schwarz (Sachsen)
Wer der Gewinner des Abends war ist schnell gesagt: Müller Thurgau eine unterschätzte Rebsorte, die immer mehr Winzer als Spitzengewächse für sich entdecken. Dem Müller sagt man nach, dass er leicht zugänglich sei, schlank daher kommt und schnell wieder verschwunden ist. Beim Winzerhof Stahl trifft dies definitiv nicht zu. Die Weine sind spritzig frisch und auf den ersten Schluck nicht sofort als Müller Thurgau erkennbar. Ihr Gerüst ist straff, Restsüße und Säure sind gut ausbalanciert und manche haben mich schon in der Nase eher an einen Riesling oder Sauvignon Blanc erinnert als an einen Müller Thurgau.
Typische Müller Thurgau Vertreter, wie ich sie erwartet hätte, waren eher die Weine vom Juluisspital, zur Schwane, Achkarren und Lemler. Man muss aber für sich entscheiden, was man gerne möchte: Einen leichten zugänglichen Wein oder einen interessanten rassigen Müller Thurgau wie einen Pawis, einen Haas oder der Fürst. Für mich komplett aus der Reihe tanzt der Müller vom Weingut Schwarz aus Sachsen. Der Kellermeister vom Schloss Poschwitz treibt ein Spiel auf Messers Schneide mit Holznoten und gelben Früchten, wie man es sonst nur von einem Chardonnay kennt. Die Meinungen zu diesem Wein waren geteilt, mir hat er auf jeden Fall sehr gut geschmeckt.
Interview mit Alois Lageder
Das Highlight aus weintechnischer Sicht war sicherlich das Interview mit Alois Lageder, einem Vorreiter des biodynamischen Weinbaus in Südtirol. Bekannt geworden ist das Weingut Lageder aber mit seinen hervorragenden Weinen allen vorran dem Löwengang Chardonnay der in den letzten 20 Jahren auf keiner Weinkarte der besten Restaurants der Welt fehlen durfte.
Die Lageders waren ursprünglich Wagenbauer die ihre Produkte in ganz Südtirol anboten und auf ihren Reisen nicht selten Wein transportierten. So wurden aus Wagnern Weinhändler, die nun in 5. Generation selbst Weine keltern. Insgesamt ist das Niveau der Südtiroler Weine und der Winzer in den letzten Jahren enorm gestiegen und so wuchs die Konkurrenz in der unmittelbaren Nachbarschaft stark an. Lageder schlug neue Wege in Richtung Biodynamik ein und strukturierte in diesem Zuge sein Weingut komplett um.
1. Vertikalbauweise – schonendere Trauben- und Mostbehandlung durch die Vermeidung von Pumpenanlagen
2. Verzicht auf chemische Spritzmittel zur Schädlingsbekämpfung
3. Einsatz erneuerbarer Energien
4. Musikbeschallung zur Veränderung der Mikrostruktur der Weine (Testphase)
Alois Lagerder ist ein Mann mit Austrahlung, wie man sie von Bergsteigern oder Hochleistungssportlern kennt. Diese Aura ist im gesamten Betreib spürbar, egal ob man sich im Verwaltungstrakt befindet oder im Weinkeller. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt und wäre gerne länger geblieben, um noch mehr über seine Weinphilisophie zu erfahren. Ich bin mir sicher, das man in Zukunft wieder mehr vom Weingut Lageder sprechen wird. Sehr gespannt bin ich auf Lageders neue Weine, die rein biodynamisch hergestellt und Demeter zertifiziert wurden.
Das Interview:
SW: Welchen Stellenwert hat biodynamischer Weinbau in Südtriol?
A.Lageder: Bisher arbeiten neben dem Weingut Lageder nur wenige Betriebe biodynamisch. Das Weingut Manincor ist seit 2007 ebenfalls komplett zertifiziert und bringt nun die ersten Weine auf den internationalen Weinmarkt.
SW: Bisher habe ich noch keinen richtig guten Pinot Noir aus Südtriol getrunken. Südtirol gilt nicht als Spitzengebiet für Pinot Noir. Wie sehen Sie das?
A.Lageder: Da muss ich ihnen wiedersprechen. Südtirol bringt hervorragende Pinots hervor und ist in Italien der Spitzenreiter. Unser Pinot Noir Krafuss ist ein international anerkannter Spitzenburgunder, der sich nicht verstecken muss.
SW: Welchen Stellenwert hat Pinot Noir in ihrem Weingut?
A. Lageder: An erster Stelle kommen sicherlich die Hauptsorten Chardonnay, Weißburgunder, Cabernet und Vernatsch, gleich danach kommt aber schon der Blauburgunder (Pinot Noir).
SW: Wie gute stehen ihre Flagshipweine im internationalen Vergleich dar?
A. Lageder: Unsere Wein haben internationales Niveau. An erster Stelle steht sicherlich der Löwengang Chardonnay, der immer wieder auf internationalen Weinkarten zu finden ist. An zweiter Stelle rangieren der COR und der Löwengang Cabernet. An dritter Stelle steht momentan der Pinot Krafuss, der in Italien sehr gut ankommt. An vierter Stelle der Lagrein und an fünfter die Weißweincuvee Tannhammer aus den Weinbergen Terlans.
SW: Wie werden ihre Weine in Deutschland angenommen?
A.Lageder: Viele Jahre war Deutschland der wichtigste Abnehmer unsere Weine. Besonders in den 80er Jahren waren wir mit dem Löwengang sehr erfolgreich. Dies hat sich in den letzten Jahren stark verändert, sicherlich hat dies damit zu tun, dass in Deutschland wieder mehr deutsche Weine, welche ich sehr schätze, getrunken werden.
SW: Wieviel Prozent macht der Deutsche Markt aus?
A.Lageder: Wir exportieren 18 % nach Deutschland , 25% in die USA und 30% bleiben in Italien
SW: Machen Sie Experimente mit exotischen Rebsorten, oder arbeiten Sie nach dem Prinzip “back to the roots” Gutes verbessern?
A.Lageder: Wir fossieren schon seit 1985 beide Seiten und sind ständig auf der Suche nach besseren Lagen. Dem Klimawandel tragen wir natürlich Rechnung, denn der ist auch in Südtirol angekommen. Vor Jahren gab es in Margreid noch hervorragenden Riesling, dies ist nun so nicht mehr möglich. Vom Syrah, den wir viele Jahr stark fossierten, sind wir praktisch abgekommen, da die Traube schlichtweg zu empfindlich ist.
SW: Welcher ist ihr persönlicher Lieblingswein?
A. Lageder: Nun das wechselt öfters aber es geht nichts über einen hochklassigen Pinot Noir aus dem Burgund. Hier werde ich regelmäßig schwach und entdecke immer wieder neue Weine. Die Aromavielfalt des Burgunds ist phänomenal.
SW: Wie sehen Sie die Entwicklung der deutschen Weine und welchen Stellenwert haben Sie in Südtirol?
A.Lageder: Ich schätze den deutschen Riesling sehr hoch ein und begrüße das Bestreben der Winzer zur alten Stärke zurückzukehren. In Italien sind es aber eher die Weinkenner, die deutsche Weine genießen. Hier steht wiederum der Riesling ganz weit oben.
SW: Herr Lageder, treiben Sie Sport und wenn ja welchen Stellenwert hat er in Ihrem Leben?
A. Lageder: Leider habe ich für Sport nur noch sehr wenig Zeit, was ich sehr bedauere. Wenn ich Zeit habe genieße ich die Südtiroler Berge mit einer ausgiebigen Skitour. Früher bin ich ganz regelmäßig Rennrad gefahren wie sehr viele dies in dieser Gegend tuen. Radsport und hier besonders der Straßenradsport faszinieren mich immer noch.
SW: Wie finden Sie die Verbindung von Sport und Wein?
A. Lageder: Aus meiner Sicht spricht in Maßen sicherlich nichts dagegen. Alles was zuviel ist, schadet unserer Gesundheit, das ist mit dem Sport wie mit dem Wein.
SW: Ich bedanke mich ganz herzlich für das Interview Herr Lageder!
A.Lageder: Ich wünsche ihnen noch viel Erfolg bei ihren Vorhaben, Alles Gute.
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Margreid, den 16.04.2009