Archiv für die Kategorie „Alles Mögliche“

Revolution of Cork


Revolution of Cork

Originally uploaded by rudingshain

Sie nennen es “the revolution of the cork” die beiden Visonäre Radikon und Kante . Beide waren vor einiger Zeit auf der Suche nach dem besten Korken und mussten feststellen, dass hochfestes Material nur in sehr dünnen Rinden zu finden war. Wollte man Korken daraus machen, so musste man ebenfalls eine neue Flaschenform konzipieren. Gewöhnliche Flaschenhälse haben schließlich viel zu große Öffnungen, für diese Minikorken (im Bild die letzten beiden Korken).

Die neue Flaschenform brachte Sie dazu über die Proportionen zwischen dem Kork-Weinkontakt und der neuen Flaschengröße nachzudenken. Schließlich einigten Sie sich darauf, daß Verhältnis von Kork zu Flasche so zu konzipieren wie es bei Magnums der Fall ist.
Kante und Radikon entwarfen 0,5 Liter und 1 Liter Flaschen aus sehr dunklem Glas, in denen künftig ihren Weine reifen sollten. Aus ihrer Sicht sollte die Kombination mit kleinem Korken und großer Flasche ein echter Zugewinn für die Kunden und den reifenden Wein sein.

In der Tat hatte ich bis dato keinen Korkschmecker und nur erstklassige Weine dieser beiden Charakterköpfe im Glas.

Zidarich Malvasia


Zidarich Malvasia

Originally uploaded by rudingshain

Während unseres Urlaubs besuchten wir das Weingut von Benjamin Zidarich. Zidarich ist einer der 4 Topwinzer aus Prepotto/Prapott im Triester Karst. Seine Weine sind 100 % Karst – unglaublich aromatisch, unfiltriert und autentisch so wie seine Bewohner. Hohe Erträge interessiert hier niemanden, man will die Region wiederspiegeln und das ohne Kompromisse. Speziell der Malvasia 2008 schafft dies auf außergewöhnliche Art.

VKN: Sehr frisch und blumig. Riecht wie eine Wiese im Sommer mit herrlichen Zitronen-Honig-Wachs-Kerzen und getrockneten Orangenschalen und frisch geschnittenen Kräutern. Wundervolle Nase. Am gaumen wirkt er ein bisschen hefig, wieder getrocknet Orangenschalen und gerösteten Mandeln. Eine großer Malvasia. Erinnert mich an große trockene Madairas.

Web 2.0 Pause

Nach einer kleinen Web 2.0 Pause möchte ich wieder etwas mehr von mir hören lassen. Web 2.0 Pause heißt nicht das ich komplett untätig war sondern, das einfach viele andere Dinge des alltäglichen Lebens einfach vorrang hatten. Leckere Weinchen habe ich trotzdem genossen und Sport habe ich selbstverständlich auch gemacht. Ja der Winter, vielerorts immer noch nicht vorbei und selbst heute am 11.04 hat das Thermometer keine Lust die 10 Grad Marke zu überschreiten. Hier am Ort des Pinot_day 2010 lagen in den letzten Monaten Unmengen von Schnee was einem alten Skilanglauffan wie mir nicht ungelegen kam.  Mehr als 350 Skikilometer habe ich rund um den heiligen Berg (Dünsberg) absolviert, es war göttlich. Jetzt sehne ich mich aber nach Wärme und Sonne. Nun aber zu den Weinerlebnissen der letzten Monate.


1. Pinot spricht deutsch

Sicherlich war PSD das Highlight der letzten Monate. Werner Elfleins Verkostung der besten Pinots aus dem deutschsprachigen Raum war ein perfekt organisiertes Event. Besonders interessant war die Teilnahme des Gasttrinkers Gerhard Stodden. Die treffende Art Stoddens Pinots in ihrer Stilistik und Eleganz zu beschreiben bereicherten diese Verkostung in jeglicher Hinsicht. Auf die gesamt Liste der verkosteten Weine möchte ich nicht noch einmal eingehen hierzu hat der Weinfreund Marco Datini alias @marcodatini schon einiges verfasst lesen Sie hier. Dennoch möchte ich nicht unerwähnt lassen wie monumental die beiden Pinots aus dem Jahre 97 und 06 (lange Goldkapsel) von Stodden waren. Mein Sieger war aber der 2005er *** Graacher Himmelreich von M. Molitor ein Wein der in meinen Augen das Potential hat in einigen Jahren über allen Dingen zu stehen.

2. Clos Rougeard Saumur Brézé 2001

Mit diesem Wein verabschiedete sich unser lieber Drunkenmonday Freund Paul Trauszkowski aus Giessen und zog in Richtung München von Dannen. Eigentlich hatte Paul gesagt, man solle besonders diesen Wein im Kühlschrank lassen aber irgendwie hatte ich den Namen nicht richtig verstanden und aus versehen den Korken entfernt ;-) )). Ein Missgeschick, welches ich bis dato nicht bereut hatte — Bisher konnten meine Geschmacksknospen nichts vergleichbares in ihren Breitengraden verkosten. Wow so kann also Chenin Blanc schmecken tief, elegant, rauchig und voller kalkiger Mineralität. Wer diesen Wein verkostet hat, weiß was animierend heißt. Niemand käme auf den Gedanken ein derartige Geschmacksexplosion aus Honig, Quitten und gelben getrocken Früchten und Fenchel auszuspucken. Wir waren uns einig dieser Wein passt in kein Bewertungsschema, er ist einzig.artig. ! Wenn jemand auf der Suche nach dem heiligen Graal der Weißweine ist, dann sollte er diesen Wein probieren vorausgesetzt er bekommt ihn.

3. Kulüp 2003 – ein türkischer Weißwein

Um dem abartigen Wetter in Deutschland zu entgehen buchten wir einen Urlaub der all incl. Methode last Minute – made in Turkey. Kurzum eine Woche Sonne pur und um gar nix kümmern. Ich hätte nicht gedacht gefallen an dieser Art Urlaub zu finden. Der Klub Asteria in Belek ist in jedem Fall eine Empfehlung wert, für all diejenigen die mal richtig ausspannen wollen. An Wein denkt man da erst im dritten Gedanken aber immerhin habe ich mir einen Weißwein gegönnt. Ganz in all-incl. Mentalität bestellte ich einen Weißwein, der keinen Aufpreis kostete. Serviert wurde ein Kulüp 2003 gekeltert aus der Sultana Traube woraus auch Raki gemacht werden soll. In der Nase stellten sich Apfelweinaromen gepaart mit Latschenkiefern ein . Na das kann ja nur besser werden und in der Tat präsentierte sich ein durchaus trinkbarer weicher Weißwein der an der Luft gewann. Am Gaumen getrocknete Trauben mit etwas Honig- und Apfelweinaromen. Sicherlich etwas gewöhnungsbedürftig aber zu dem chinesischen all.incl Sondermenü konnte er durchaus gefallen.

Fortsetzung folgt!

Die sensorische Validität

Bild 4Die Validität (Sensorische) gibt den Grad der Genauigkeit an, mit dem ein Test dasjenige Geschmackssmerkmal (bsp. würzig), das (die) es messen soll oder zu messen vorgibt, tatsächlich mißt.

Heute wird zwischen inhaltlicher, kriteriumsbezogener und der Konstruktvalidität unterschieden. Eine inhaltliche Validität liegt vor, wenn der Test bereits das zu messende Merkmal beinhaltet. Wird der in einem Test gewonnene Testwert zu einem Kriteriumswert in Beziehung gesetzt, so liegt die kriteriumsbezogene Validität vor. Bei der Konstruktvalidität steht die theoretische Klärung eines Testwerts bzw. einer Variablen im Vordergrund. Sie gibt an, welche psychologische Bedeutung ein Meßwert bzw. eine Variable hat.

Ob es möglich ist im Labor so etwas wie Würzigkeit zu messen kann ich mir nicht vorstellen, lasse mich aber sehr gerne eines besseren belehren. Wozu nun das Ganze mit der Senorischen Validität? Ich möchte einfach einmal versuchen festzustellen, wie sehr man sich auf sein Geschmacksempfinden verlassen kann und wie sensibel man mittlerweile geworden ist Weine zu verkosten. Ich weiß, daß das Geschmacksempfinden von ganz vielen Faktoren wie Licht, Stimmung usw. abhängig ist aber trotzdem muss es so etwas wie eine sensorische Validität geben ansonsten ist das vergeben von Punkten völliger Nonsense. Sicherlich stimmen jetzt alle die zu, für die nur das Kriterium schmeckt oder schmeckt nicht gilt.

Zum Vorhaben:

Möglichst viele Pinotfreunde sollen ein und denselben Pinot zur gleichen Zeit unter annähernd gleichen Bedingungen verkosten.

Der Pinot: Jürgen von der Mark – Pinot Noir (REWE Edition) http://weinverkostungen.de/juergen-von-der-mark-praesentiert-den-rewe-wein/

Uhrzeit und Datum der Verkostung: 01.12.09  -   20.00  Uhr

Räumlich Umstände: Wohnzimmer mit Kerzenlicht ca. 22°C

Nahrung: letzte Nahrungsaufnahme 30 Minuten vorher

VKN: übliche schriftliche Notizen

Bewertung: Pinot Script

Wie funktioniert das Pinot Script?

Das script ist in PHP geschrieben und transportiert lediglich Werte von 0 – 200. Warum 200? Das hat schlichtweg grafische Gründe. Durch eine Rechenoperation die jeder sicherlich schnell nachvollziehen kann wird dann die Gesamtpunktzahl des Weines ermittelt. Besonders wichtig ist sicherlich der Punkt Trinkspaß,  da hier ausgedrückt wird, ob es sich um einen trink-reifen wohlschmeckenden Wein handelt. Setzt man den Preis damit ins Verhältnis kann man leicht ablesen, ob es sich ein gutes Preis – Genussverhältnis handelt.

Erwartungen:

Ich fände es Klasse, wenn sehr viele bei diesem “Test” mitmachen würden. Renommierte Profiverkoster, die damit ihr Geld verdienen, werden sicherlich nicht mitmachen, hätten aber die Möglichkeit geheim teilzunehmen und die Spalte des Verkosters einfach wegzulassen. Eine anschließende Diskussion darüber, wie sich das subjektive Punktverteilen mit den Ergebnissen des Scriptes deckt und ob diese Art der Bewertung an anderen Wein fortgeführt werden sollte.

Zukunftsmusik:

Eine Web 2.0 fähige Bewertungssoftware zu entwickeln die im Netzwerk vieler privater Weinverkoster Anklang findet. Ob sich daraus ein valides Bewertungsschema (logo) entwicklet, wird sich zeigen. Technisch sollen die Verkostungsergebnisse in einer Datenbank abgelegt werden. Bewerten mehr als bsp. 5 Web 2.0 Verkoster einen Wein errechnet dann das System einen Durchschnittswert. Die Erfahrung des Verkoster, könnte als Index mit in das Ergebnis einfließen.

Blogbeitrag:

Jeder Teilnehmer schreibt einen Beitag und fügt die durch das Script erzeugte Grafik in die persönliches Ausführungen ein. Die Ergebnisse werden dann von mir zusammengefasst und es wird eine Durchschnittsbewertung errechnet. Das gegenseitige verlinken ist obligatorisch.

Twitterwall:

Die Twitterwall für den 01.12.09 steht. Bitte das das hastag #twv einfügen und schon seid ihr hier zu sehen twitterwall_vondermark_pinot_script




Weinbewertungen graphisch darstellen

Sicherlich hat es auch mit meinem Hang zum Experimentieren zu tun, warum ich versucht habe die Weine, die ich getrunken hatte mal in graphischer Form auszudrücken. Punkte alleine finde ich nicht aussagekräftig genug. Professionell verfasste Verkostungsnotizen zu lesen ist sicherlich  eine der besten Möglichkeiten sich über einen Wein zu informieren, wenn man nicht die Möglichkeit hat die Weine Standortnah zu verkosten.

Das Balkendiagramm ist eine Darstellungsmöglichkeit, die sich über die Scriptsprache php relativ schnell umsetzen ließ. Ich habe mir auch schon überlegt mit Flaschenformen darzustellen wie der Wein schmeckt. Ganz nach dem Motto große Flasche großer Wein – breite Flasche breiter Wein usw……..Es gibt ganz viele Möglichkeiten Empfindungen und Geschmack nach dem Trinken eines Weines auszudrücken. Ich habe von Musikern gehört, die Geschmacksbilder musikalisch ausdrücken oder Künstler die abstrakte Bilder malen um, darzustellen wie ein Wein schmeckt.

Längerfristig möchte ich ein Icon entwickeln, dass über ein Script erzeugte werden kann und aussagekräftig ist. Wie eine Graphik in Iconform beschaffen sein sollte, hat seiner Zeit ein Mann namens Gregory in Stichworten beschrieben:

1)  Sichtbarkeit (Visibility)

2)  Anwendungsbezogenheit (Application)

3)  Unverwechselbarkeit (Distinctiveness)

4)  Einfachheit / Allgemeingültigkeit (Simplicity/Universality)

5)  Dauerhaftigkeit / Beibehaltung (Retention)

6)  Farbe (Color)

7)  Beschreibbarkeit (Descriptiveness)

8)  Zeitlosigkeit (Timelessness)

9)  Bausteinprinzip (Modularity)

Für das Web 2.0 gesprochen muss das Icon spontan kreiert (Iphone)und schnell veröffentlicht (twitter, posterous) werden können. Ich werde daran arbeiten….

Ob das Icon valide ist könnte man in einer #twv ausprobieren, indem man ein und denselben Wein mit ganz vielen verkostet und dann das script anwendet. Das Diagramm könnte dann jeder in seinem blog ggf. posterous veröffentlichen. Ich suche also nun einen Wein (Winzer), der Lust hätte das mal auszuprobieren. Vielleicht könnte auch die nächste Weinrallye als Beispiel dienen.

Johner Spätburgunder vom Kaiserstuhl 2007

johner

Johner Spätburgunder Kaiserstuhl 2007 (runners_class) 04.11.09
Farbe:  dunkles rot durchscheinender Kern
Nase: kräutrig, etwas gekochte Erdbeere, altes Mazipan
Am Gaumen: runde Tannine, rote Früchte, saftig,fleischig, dezentes Holz
Abgang: lang anhaltende angenehme Kräuteraromatik
Gedanken: wird sich noch etwas entwickeln – jetzt aber schon schön zugänglich,  toller Alltagswein

Weinreise Südtirol 1. Teil – Besuch bei Franz Haas

p1621Auf der Suche nach weiteren Partnern für den Pinot Day führt mich die erste Station der Südtirolreise zu Franz Haas nach Montan. Montan liegt direkt vis a vis der besten Pinot Noir Lage Südtirols “Mazzon”. Ich wurde von den charmanten Angestellten des Weingutes herzlich empfangen und war schon sehr gespannt auf einen der bedeutendsten Pinot Produzenten Südtirols. Schon kurz darauf erschien Franz Haas in Arbeitskluft – wohl etwas nachdenklich darüber, welche Person aus Deutschland denn da eine persönliche Führung von ihm wollte. In einem kurzen Gespräch erklärte ich dem schnurrbärtigen Weinperfektionisten wie ich den Pinot Day 2009 erlebte und war erleichtert, so etwas wie schmunzelnde Begeisterung in seinen Gesichtszügen erzeugt zu haben. Aus dem Gespräch entwickelte sich eine sehr interessante Diskussion rund um Pinot Noir und die enttäuschenden Verkaufszahlen seiner Weine auf dem Deutschen Markt. Die Gründe nach dem Warum sind sicherlich zu vielschichtig, um sie hier im Detail zu besprechen. Ich möchte aber ein paar Stichworte aus dieser Diskussion nennen: 1. Wirtschaftskrise 2. Steigendes Niveau der deutschen Pinots 3. Preise der südtiroler Weine 4. Aldi 5. Fehlende Präsenz  6.Unbefriedigende Vertriebsstruktur.

Nach unserem sehr interessanten Einstiegsgespräch kamen wir nun zum wesentlichen Teil: den Pinots von Franz Haas. Eine Frage brannte mir da schon sehr lange auf meiner “Pinotseele”: Woher kommt der Name “Schweizer” auf den Etiketten seiner Top Pinots. Eine Lagenbezeichnung konnte es ja nicht sein. “Das war ein purer Zufall”, so Haas. In seinem Lieblingsrestaurant trafen er und seine Frau zufällig einen sehr bekannten Künstler namens Schweizer. Franz Haas hatte schon lange die Idee, neue Etiketten entwerfen zu lassen und so fragte er kurz ob Schweizer bereit sei, diese für das Weingut Haas zu entwerfen. Verblüffender weise legte Schweizer sofort im Restaurant los und nach wenigen Minuten war der erste handsignierte Entwurf fertig. Letztendlich gab es nun einige Etiketten, die nun die Signatur “Schweizer” trugen, andere aber nicht. Ein Kunde gab dann einige Bestellungen auf und sagt er wolle drei normale Rote und drei “Schweizer”.  So entstand also zufällig die nun verwendete Bezeichnung “Schweizer” für die Selektionen von Franz Haas.

haasHaas stellte mir im Anschluss seine 07er Pinots vor, die gerade abgefüllt worden waren. Der “einfache” Pinot Noir 07 ist sehr fruchtbetont ausgebaut und strotzt gerade so vor roten Beeren und Würze. Ein richtiges Maul voll Wein, süffig, elegant, nicht kompliziert, aber einem sehr langen, spannenden Finale. Für mich ein genialer Pinot, der einfach nur schmeckt und nach mehr verlangt. Mein Opa sagte immer: “Er schmeckt nach Ozean” – nach mehr ;-) ). Es ist ein Pinot, den man jetzt trinken sollte, denn er macht jetzt Spaß. Franz Haas hat es wunderbar geschafft, die typische Pinotfrucht sehr deutlich herauszuarbeiten. Der Wein hat sicherlich kein großes Potential und ist auch nicht so feingliedrig und tiefgründig wie die Meditationspinots aus Burgund, schmeckt aber  enorm lecker. Er ist aber in keinem Fall vergleichbar mit einfachen fruchtigen Einstiegspinots, das möchte ich deutlich betonen. Die Besonderheit dieses Weins ist der Stelvin Verschluss, der hervorragend ins Bild dieses Weins passt. Angefangen vom stylischen Etikett bis hin zum grandiosen Geschmack. Ein runder Wein ohne Ecken und Kanten, dass Iphone unter den easy drinking Pinots ;-) ).

Das war die Pflicht, jetzt kommen wir zur Kür – dem “Schweizer” 07 von Franz Haas. Beim Öffnen der Flasche machte Franz Hass einen etwas geknickten Eindruck, da er selbst nicht sehr zufrieden mit dem momentanen Zustand dieses Weines ist, der in seinen Augen aber eigentlich ein sehr großer Wein werden sollte. In der Tat wirkte er so, als hätte er sich etwas in sein Schneckenhaus zurückgezogen, weil der Mann an der haassAbfüllmaschine schlimme Fratzen zog. Die Nase dieses Pinots ist zurückhaltender als die des Einstiegsweins, was aber bei einem jungen Pinot nicht verwundert, der mit viel Potential ausgestattet ist. Am Gaumen Anklänge von Wildkirschen, Pflaumen und Kräutern, sehr filigran, weich und enorm elegant. Der Wein lässt aber bisher nur erahnen, welche große Zukunft er noch vor sich hat. Haas geht hart mit sich ins Gericht, was  zeigt mit welchem Ehrgeiz dieser Mann bei der Sache ist. Kein Mann der protzt, sondern einer der fast schon mit religösem Eifer im Weinberg und im Keller das Maximum herausholen möchte. Ich bin mir sicher, dass dieser Wein erst nach einem Jahr Flaschenreife zeigen wird, in welche Richtung es gehen wird. Zum Pinot Day wird dieser Wein sicherlich einer der besten Pinots sein, dessen bin ich mir ganz sicher. Ja, ihr habt richtig gehört: Franz Haas wird zwar nicht persönlich kommen, aber Pinots von ihm werdet ihr auf jeden Fall probieren können.

Franz Haas möchte ich als Visionär bezeichnen, der nach einem Wein von Weltformat strebt. Bei Haas sind Visionen realistisch. Die Wege, die er jetzt schon beschreitet, sind eigen, dass merkt man an der Art und Weise wie er sich mit den Stelvin Verschlüssen auseinandersetzt und Italienischen Weingesetzten strotzt. Diese untersagen es nämlich, Weine in Höhen oberhalb 800 Metern anzubauen. Aber Haas will höher hinaus – in jeglicher Hinsicht. Es war hoch interessant, diesem Mann,der vor Ausstrahlung und Kompetenz nur so strotzt, zu begegnen. Aber nicht nur seine Pinots sind groß, auch seine Cuvee´ “manna” und sein Sauvignon Blanc  “Schweizer” 07  wissen in jeglicher Hinsicht zu überzeugen.

Martin Schwarz Müller Thurgau 2007

Heute möchte ich einmal einen ganz außergewöhnlichen Weißwein und ein außergewöhnliches Weingut vorstellen. Martin Schwarz aus schwarzSachsen ist verantwortlich für dieses besondere Experiment neuer deutscher Weinkultur (NDWK). Ein (Edel)Müller Thurgau  ausgebaut im Holzfass, der diesem Wein eine außergewöhnliche Fülle und Finesse beschert. Martin Schwarz ist eigentlich als Kellermeister im Schloss Poschwitz beschäftigt, darf aber mit Genehmigung seines Chefs Dr. Georg Prinz zur Lippe nebenbei eigene Kreationen in dessen Weinkeller keltern. Schwarz bewirtschaftet er seit 2002 rund 1,3 Hektar eigene Rebflächen, ausschließlich Steillagen in Diesbar-Seußlitz, Radebeul und Meißen.

Ein typischer Müller Thurgau ist der klassische leichte Schwiegermutterwein zum Sonntagstisch. Nicht so der Müller aus Sachsen made by Martin Schwarz, schon die Nase erinnert eher an einen Chardonnay, als an einen schlichten Müller Thurgau. Trotzdem hat es Schwarz geschafft diesen Wein nicht zu breit und fett werden zu lassen. Der Wein hat Schmelz ist würzig und besitzt am Ende doch einen kleinen Kick Säure, der ihm trotz Holzausbau zum idealen Essensbegleiter werden lässt. In der Nase hat man Aromen von Birnen und Sommerblumen. Am Gaumen hat man das Gefühl gerade in eine saftige Birne gebissen zu haben. Im langen Abgang florale Noten mit leichten Holzanklängen. Hier wird mit viel Liebe zum Detail eindrucksvoll demonstriert welches Potential in der oft verkannten Rebsorte Müller Thurgau steckt.  Auch wenn der Wein mit 15 Euro kein Schnäppchen ist, so kann der 2007 er Müller Thurgau von Martin Schwarz eine willkommene Abwechslung für Fans im Holzfass gereifter Weißweine sein.

La Castellada – Besuch bei den Bensa Brüdern

gujotDas Weingut La Castellada, was in unmittelbarer Nähe zum Weingut Radikon am Collio liegt wurde 1985 gegründet. Die Weingüter Radikon und La Castellada verbindet ein enge Freundschaft, so habe ich mich sehr gefreut, dass Sasa Radikon uns auch dem Weingut La Castellada vorstellte. Sohn Stefano Bensa führte uns wie üblich zuerst durch die Weinberge in denen Ribolla Gialla, Tocai Friulano, Chardonnay, Sauvignon Blanc und Pinot Grigio angebaut werden. Die Schädlingsbekämpfung der im Gujot Stil (Drahtrahmen) gepflanzten Reben erfolgt ausschließlich mit Kupfer und Schwefel. Aufgrund des freuchten Klimas hat man hier mit der Botrytis zu kämpfen.

Die Produktionsstile der Weine haben sich im Laufe der Jahr stark verändert und so achtet man bei La Castellada auf strickte Ertragsreduzierung, um hoch komplexe Weißwein erzeugen zu können. Früher hatte man die Weine nur für den eigenen Restaurantbedarf produziert, heute wird ein großer Teil des Weines über DSWE in den USA verkauft.  La Castellada ist zwar interessiert daran ihre Weine in Deutschland zu verkaufen, sieht aber im Moment in Deutschland keinen Markt für exklusive Weißweine. La Castellada produziert im Jahr zwischen 18,000 und 25,000 Flaschen, wobei die größten Menge in Italien verkauft werden.

StefanoWie bei Radikon liegen die Weißweine viel länger auf der Maische als man das hierzulande kennt. Ganz wie in alten Zeiten wird hier am Collio Weißwein gemacht. Durch die längere Mazeration lösen sich mehr Tannine und Antioxidantien aus den Schalen und somit kann Stefano eine wesentlich geringere Menge Schwefel einsetzen als üblich. Anders als Radikon verzichtet er aber nicht völlig darauf. Alle Weine werden in gebrauchten Barriques spontan vergohren. La Castellada benutzt 10 Jahre alte Eichenfässer, um die Fruchtaromen nicht durch das Holz zu erschlagen. Das Aushängeschild der “Bianco della Castellada” ist eine Cuvee aus 40% Pinot Grigio, 20% Chardonnay, 30% Sauvignon Blanc und 10 % Tocai Friulano. Hier liegen die Trauben 4 Tage auf der Maische ehe der Most  am 5 Tag in kleine Eichenfässer gefüllt wird, um dort spontan zu vergähren.  Nach etwa einem Jahr werden die einzelnen Weine dann in Stahltanks gefüllt, um dort ein weiteres Jahr zu reifen. Die Abfüllung der Weine auf die Flaschen geschieht unfiltriert, dort reifen sie dann ein weiteres Jahr bevor sie in den Verkauf kommen. Demnächst werde ich die Weine vor der Kamera verkosten.

Radikon – ein besonderes Weingut am Collio

Bild 1Ich hatte vor wenigen Tagen die besondere Ehre das Weingut Radikon besuchen zu dürfen. Radikon das hört sich Radikal an und so ist dieses Weingut auch, was die Umsetzung biodynamischen Weinbaus angeht. Sasa Radikon führte mich durch die Weinberge und den Weinkeller des sehr kleinen aber feinen und sehr familiären Weingutes am Rade der italienisch, slowenischen Grenze. Während des ersten Weltkrieges fanden hier heftige Schlachten zwischen Italienern und Österreichern statt. Der Collio, wie sich diese Weinbauregion Friauls nennt, ist bekannt für außergewöhnliche Weißweine, die auf der Welt ihresgleichen suchen. Noch nie zuvor hatte ich Weißweine mit solch intensiven Aromen vorher verkostet.

Schon im Weinberg, sieht man mit welcher Hingabe und Präzision Radikons arbeiten. Sasa, Stanislav Radikons Sohn hat in Udine Weinbau studiert und das Handwerk von der Pike auf gelernt. Im Weinberg werden keinerlei Pestizide verwendet, nur Kupfer wird zur Bekämpfung von Schädlingen eingesetzt. Die Ertragsreduzierung ist extrem, nur 5 Reben pro Stock maximal z.B beim Merlot. Angebaut werden Ribolla Gialla, Pinot Grigio, Tokai, Chardonnay, Sauvignon Blanc und Merlot.

sasaDer Ausbau der Weißweine erfolgt bei Radikon mit einer 3 monatigen Maischegährung, was man sonst nur von Rotweinen kennt. Die Extraktion ist extrem und so sehen Radikons Weißweine komplett anders aus, als alle anderen Weißweine, die ich bisher kannte. Die Farbe des Ribolla Gialla ist orangegelb. Die Weine sind intensiv duftend nach Organgenschalen, Sherry und Aprikosen. Nie zuvor hatte ich solch einen komplexen und extrem aromatischen Weißwein im Glas. Die jungen Jahrgänge befinden sich alle noch in den Fässern, denn ein echter Radion liegt mindestens 3 Jahre im Fass und lagert noch ein Jahr in der Flasche bevor er in den Verkauf kommt. Der Jahrgang 2008 , den ich aus dem Fass probieren konnte ist sehr flschentanninhaltig , extrem fruchtig, mineralisch und extraktreich. Der Jahrgang 2004 präsentiert sich weich, wuchtig und von einer enormen Komplexität.  Der älteste Jahrgang, der auf diese Weise gekeltert wurde (1995), ist ebenfalls noch sehr frisch und zeigt keinerlei Überreife. Radikons Weißweinen wird ein enormes Lagerungspotential vorrausgesagt.

Eine weitere Besonderheit bei Radikon sind die Flaschen, in welche die Weine abgefüllt werden. Die Flaschen haben schmalere Hälse und dementsprechend auch kleinere Korken, von besondere Dichte. Radikon sagte, es handele sich um miniaturisierte Magnumflaschen, in denen die Weine besser reifen sollen. Die Standardflasche bei Radikon ist nicht 0,75 l sondern nur 0,5 l. Die nächste Größe ist dann die 1l Flasche ebenfalls mit einem viel kleineren Korken. Radikons Weine werden in erste Linie in Italien verkauft aber auch in den USA sind die Weine der Friauler Edelwinery sehr gefragt.Ich kann nur jedem Weißweinkenner empfehlen einmal einen Radikon zu trinken, es ist ein ganz besonderes, wenn auch nicht ganz günstiges Geschmackserlebnis. Der Oslavia eine Cuvee aus Pinot Grigio, Sauvignon Blanc und Chardonnay ist ganz groß. Radikons Weine sind ungeschwefelt was ebenfalls sehr selten vorkommt, da die Weine bei der kleinsten Verunreinigung kippen könnten. Radikon verwendet keinen Schwefel, da er dem Meinung ist, dass durch Schwefeldioxid im Wein die B Vitamine zerstört werden. Das Fehlen von Vitamin B1 im Körper kann beispielsweise Diabetes und viele Allergien auslösen. Radikons Wein zerstören diese Vitamine nicht. Eine Grund mehr seine Weine zu trinken ;-) )

Der Besuch bei Radikons war sehr herzlich und familiär, wir kommen wieder.