Südtirolreise 2.Teil – Besuch bei Franz Oberhofer (Weingut Hofstätter)
Wenn man sich auf eine Südtirolreise begibt, um die besten Pinot Noir Produzenten der Region zu besuchen, dann darf ein Name auf keinen Fall fehlen – Hofstätter. Warum? Zum einen hängt dies sicherlich an der gewachsenen Familientradition des Hauses Foradori, die sich seit vier Generationen in erster Linie mit Pinot Noir beschäftigt. Zum anderen ist sicherlich das Terroir verantwortlich, auf dem der beste Pinot Noir Italiens wächst. Es ist die Lage der Villa Barthenau bei Mazzon oberhalb von Neumarkt. In mühsamer Kleinarbeit wurden die bestehenden Blauburgunder-Rebbestände durch jahrzehntelange Selektion und Neuanpflanzungen nach französischem Vorbild zu dem gemacht, was sie heute sind. Ein ehrgeiziges wie auch mustergültiges Beispiel dafür, was man alles tun muss, um einen großen Pinot Noir zu keltern.
Vor mir sitzt Franz Oberhofer Chefönologe beim Weingut Hofstätter. Vertieft in eine interessante Diskussion zum Thema Pinot Noir, Burgund und Südtirol verkosten wir zusammen die Pinots des Hauses. Franz Oberhofer ist ein ausgesprochen sympatischer Mensch, der voller Überzeugung zu seinem Produkt erklärt, worauf es ihm bei der Erzeugung seiner Pinots ankommt. Er macht kein Hehl daraus in Zukunft mit dem Flagship Pinot Noir San Urbano in die Phalanx der besten Pinots der Welt vordringen zu wollen.
Doch was Hofstätters Blauburgunder wirklich sind, zeigt sich erst so recht unterhalb dieses Top-Produktes, dem natürlich die ganze Aufmerksamkeit der Fachpresse gilt. Seit vielen Jahren erzielen aber die Hofstätters nicht nur mit ihren Top Produkt die beste Bewertung Italiens (die drei Gläser). Nein, auch der “einfachere” Blauburgunder Riserva »mazzon« (nicht von der Lage S. Urbano, aber ebenfalls im Barrique ausgebaut), verweist in der Konstanz seiner Qualität die anderen Südtiroler Blauburgunder auf die Plätze. Unterhält man sich mit anderen Winzern Südtirols, so ist es sicherlich kein Geheimnis an welchem Weingut man sich im Bezug auf Blauburgunder orientiert.
Es war mir eine besondere Ehr mit Franz Oberhofer Fachsimpeln zu dürfen, wenn die Zeit auch knapp war. Besonders erfreut war ich darüber, dass das Weingut Hofstätter den Pinot day 2010 mit seiner Pinot Palette unterstützen möchte. Oberhofer findet die Idee des Pinot Days sehr spannend und wird als ehemaliger Sportler ein Auge darauf haben, wie sich dieses Event entwickeln wird. Die Verkostungsnotizen der Hofstätter Pinots werden demnächst hier erscheinen.
Twittagessen: La Villa Rüsselsheim
In wunderschönem Ambiente fand am 24.10.09 das “Twittagessen” statt. Ich sage bewusst das “Twittagessen”, da es sicherlich das größte seiner Art bisher war. Mehr als 30 Twitterer fanden sich in der Villa in Rüsselsheim ein, um dem besten italienischen Kochs Hessens über die Schultern zu schauen. Fünf kochbegeisterte Twitterer durften den ehrwürdigen Padrone Mimmo beim Zubereiten eines brillianten 4 Gänge Menüs tatkräftig unterstützen. Mimmo verwendet nur die besten Zutaten, die er nicht selten aus seiner Heimat Friaul nach Rüsselsheim senden lässt. Es war ein sehr lehrreiches und traditionsbewusstes Mitkocherlebnis.
Ab 14 Uhr fand sich dann, die überwiegend aus “Wein-Twitterern” bestehende Gesellschaft ein. Mimmo hatte nur die allerbesten Weine aufgetischt, die passend zu jedem Gang serviert wurden. Bis dato hatte ich noch nie so exklusive Weine in einem Restaurant genießen dürfen. In Anbetracht dieses Weinangebotes und der Zutatenqualität waren die 40 Euro, die jeder Teilnehmer zahlen musste, nur eine Spende. Vielen Dank an Mimmo und sein Team, dass ihr uns so verwöhnt habt. Bildergallerie
Weinreise Südtirol 1. Teil – Besuch bei Franz Haas
Auf der Suche nach weiteren Partnern für den Pinot Day führt mich die erste Station der Südtirolreise zu Franz Haas nach Montan. Montan liegt direkt vis a vis der besten Pinot Noir Lage Südtirols “Mazzon”. Ich wurde von den charmanten Angestellten des Weingutes herzlich empfangen und war schon sehr gespannt auf einen der bedeutendsten Pinot Produzenten Südtirols. Schon kurz darauf erschien Franz Haas in Arbeitskluft – wohl etwas nachdenklich darüber, welche Person aus Deutschland denn da eine persönliche Führung von ihm wollte. In einem kurzen Gespräch erklärte ich dem schnurrbärtigen Weinperfektionisten wie ich den Pinot Day 2009 erlebte und war erleichtert, so etwas wie schmunzelnde Begeisterung in seinen Gesichtszügen erzeugt zu haben. Aus dem Gespräch entwickelte sich eine sehr interessante Diskussion rund um Pinot Noir und die enttäuschenden Verkaufszahlen seiner Weine auf dem Deutschen Markt. Die Gründe nach dem Warum sind sicherlich zu vielschichtig, um sie hier im Detail zu besprechen. Ich möchte aber ein paar Stichworte aus dieser Diskussion nennen: 1. Wirtschaftskrise 2. Steigendes Niveau der deutschen Pinots 3. Preise der südtiroler Weine 4. Aldi 5. Fehlende Präsenz 6.Unbefriedigende Vertriebsstruktur.
Nach unserem sehr interessanten Einstiegsgespräch kamen wir nun zum wesentlichen Teil: den Pinots von Franz Haas. Eine Frage brannte mir da schon sehr lange auf meiner “Pinotseele”: Woher kommt der Name “Schweizer” auf den Etiketten seiner Top Pinots. Eine Lagenbezeichnung konnte es ja nicht sein. “Das war ein purer Zufall”, so Haas. In seinem Lieblingsrestaurant trafen er und seine Frau zufällig einen sehr bekannten Künstler namens Schweizer. Franz Haas hatte schon lange die Idee, neue Etiketten entwerfen zu lassen und so fragte er kurz ob Schweizer bereit sei, diese für das Weingut Haas zu entwerfen. Verblüffender weise legte Schweizer sofort im Restaurant los und nach wenigen Minuten war der erste handsignierte Entwurf fertig. Letztendlich gab es nun einige Etiketten, die nun die Signatur “Schweizer” trugen, andere aber nicht. Ein Kunde gab dann einige Bestellungen auf und sagt er wolle drei normale Rote und drei “Schweizer”. So entstand also zufällig die nun verwendete Bezeichnung “Schweizer” für die Selektionen von Franz Haas.
Haas stellte mir im Anschluss seine 07er Pinots vor, die gerade abgefüllt worden waren. Der “einfache” Pinot Noir 07 ist sehr fruchtbetont ausgebaut und strotzt gerade so vor roten Beeren und Würze. Ein richtiges Maul voll Wein, süffig, elegant, nicht kompliziert, aber einem sehr langen, spannenden Finale. Für mich ein genialer Pinot, der einfach nur schmeckt und nach mehr verlangt. Mein Opa sagte immer: “Er schmeckt nach Ozean” – nach mehr
). Es ist ein Pinot, den man jetzt trinken sollte, denn er macht jetzt Spaß. Franz Haas hat es wunderbar geschafft, die typische Pinotfrucht sehr deutlich herauszuarbeiten. Der Wein hat sicherlich kein großes Potential und ist auch nicht so feingliedrig und tiefgründig wie die Meditationspinots aus Burgund, schmeckt aber enorm lecker. Er ist aber in keinem Fall vergleichbar mit einfachen fruchtigen Einstiegspinots, das möchte ich deutlich betonen. Die Besonderheit dieses Weins ist der Stelvin Verschluss, der hervorragend ins Bild dieses Weins passt. Angefangen vom stylischen Etikett bis hin zum grandiosen Geschmack. Ein runder Wein ohne Ecken und Kanten, dass Iphone unter den easy drinking Pinots
).
Das war die Pflicht, jetzt kommen wir zur Kür – dem “Schweizer” 07 von Franz Haas. Beim Öffnen der Flasche machte Franz Hass einen etwas geknickten Eindruck, da er selbst nicht sehr zufrieden mit dem momentanen Zustand dieses Weines ist, der in seinen Augen aber eigentlich ein sehr großer Wein werden sollte. In der Tat wirkte er so, als hätte er sich etwas in sein Schneckenhaus zurückgezogen, weil der Mann an der
Abfüllmaschine schlimme Fratzen zog. Die Nase dieses Pinots ist zurückhaltender als die des Einstiegsweins, was aber bei einem jungen Pinot nicht verwundert, der mit viel Potential ausgestattet ist. Am Gaumen Anklänge von Wildkirschen, Pflaumen und Kräutern, sehr filigran, weich und enorm elegant. Der Wein lässt aber bisher nur erahnen, welche große Zukunft er noch vor sich hat. Haas geht hart mit sich ins Gericht, was zeigt mit welchem Ehrgeiz dieser Mann bei der Sache ist. Kein Mann der protzt, sondern einer der fast schon mit religösem Eifer im Weinberg und im Keller das Maximum herausholen möchte. Ich bin mir sicher, dass dieser Wein erst nach einem Jahr Flaschenreife zeigen wird, in welche Richtung es gehen wird. Zum Pinot Day wird dieser Wein sicherlich einer der besten Pinots sein, dessen bin ich mir ganz sicher. Ja, ihr habt richtig gehört: Franz Haas wird zwar nicht persönlich kommen, aber Pinots von ihm werdet ihr auf jeden Fall probieren können.
Franz Haas möchte ich als Visionär bezeichnen, der nach einem Wein von Weltformat strebt. Bei Haas sind Visionen realistisch. Die Wege, die er jetzt schon beschreitet, sind eigen, dass merkt man an der Art und Weise wie er sich mit den Stelvin Verschlüssen auseinandersetzt und Italienischen Weingesetzten strotzt. Diese untersagen es nämlich, Weine in Höhen oberhalb 800 Metern anzubauen. Aber Haas will höher hinaus – in jeglicher Hinsicht. Es war hoch interessant, diesem Mann,der vor Ausstrahlung und Kompetenz nur so strotzt, zu begegnen. Aber nicht nur seine Pinots sind groß, auch seine Cuvee´ “manna” und sein Sauvignon Blanc “Schweizer” 07 wissen in jeglicher Hinsicht zu überzeugen.
Präsentation der Großen Gewächse 2008
Am vergangenen Wahlsonntag wurden im Kloster Eberbach, bei bestem Sonnenschein die ersten Gewächse der bedeutendsten deutschen Winzer vorgestellt. Als Pinot Freund habe ich mich natürlich in erster Linie diesen Gewächsen gewidmet. Hier wurden anders als bei den Weißweinen die Jahrgänge 2006 bzw. 2007 vorgestellt. Sicher wurden hier viele der ganz großen Deutschen Spätburgunder vorgestellt, man kann aber nicht behaupten, dass im ehrwürdigen Klostersaal nur die Elite Deutschlands am Start war. Dies hängt schlichtweg daran, dass sehr viele exzellente Spätburgunder nicht in den ausgeschriebenen Grand Cru Lagen der VDP gedeihen. Zu den besten Pinots im Lande zählen sicherlich auch August Kesselers Höllenberg, Molitors Graacher Himmelreich und Patrick Johners Steinbuck, um hier nur drei weitere meiner Favoriten zu nennen. Nun aber zu den Pinots, die man in den heiligen Hallen probieren konnte und das war teilweise aller erste Sahne. Beginnen möchte ich mit den Highlights der Ahr.
Ahr
Stodden mit dem “Rosenthal” 07 und Kreuzberg mit dem “Schieferlay” 07 präsentierten für mich persönlich die überzeugendsten Gewächse der Ahr. Sie zeigten bereits schon jetzt eine vollmundige Frucht und traumhafte Eleganz gepaart mit der grandiosen ahrtypischen Mineralität. Adeneuers “Gärkammer” für mich im letzten Jahr (06) der Gewinner, präsentiert sich würzig und beeindruckend feingliedrig ist aber noch zu verschlossen, um zu erahnen wohin hier die Reise noch gehen kann. Gleiches gilt für Stoddens vor Kraft und Tiefe strotzenden “Herrenberg” 07, der mächtig konzentriert daherkommt und sein ganzes Potential sicher erst in 10 oder mehr Jahren ausspielen kann.
Baden
Außer dem Weingut Salwey und Dr. Heger konnten für mich die roten badischen Pinot´s nicht überzeugen. Ganz anders präsentierten sich für mich die weißen Burgundersorten, allen voran der Graue Burgunder “Winkelberg” des Weingutes Stiegler. Selten zuvor habe ich einen solchen vor Frucht, Schmelz und Mineralität strotzenden Grauburgunder getrunken. Ich hätte gleich einen ganzen Eimer sau….. können, was nicht heißt, dass dies ein typischer internationaler weißer Holzburgunder ist, wie ich sie liebe. (zu meiner Schande!) Nein ganz im Gegenteil, er ist warmherzig und weich und das ohne den typischen Holzgeschmack oder kaltes Stahl. So muss ein Wein schmecken meine Herren(Damen). Auf gleicher Ebene aber deutlich internationaler bewegt sich Salweys “Eichberg” Grauer Burgunder. Hier hat eine längere Maischestandzeit dem Wein ganz viel Charakter gegeben, auf den er Stolz sein kann. Das Holz steht diesem Wein hervorragend, es tritt ohne Kitsch und Tratsch zutage.
Rheinhessen
Das die Rheinhessen in der Bundesliga spielen, wissen wir nicht erst seit Mainz 05 gibt. Aber was der Meister Gutzler da in die Flasche gezogen hat ist allergrößtes Geschmackskinotheater. Der “Morstein” Spätburgunder 07 passt so ganz in das Geschmacksschema wie ich mir einen großen Pinot vorstelle. Volle (tomatensaftige)Frucht und Würze mit nicht enden wollender Länge. Sicher werden nicht alle dieser Meinung mit mir teilen aber Pinots müssen schmecken und nicht anstrengend und kompliziert sein, denn ich komme schließlich vom Dorf
). Dieser Wein macht einfach Spass und das sicher auch noch mehr als 10 Jahren, so muss ein Pinot sein. Geistig leigen davon schon einige Flaschen in meinem Keller. Ach ja Keller, der war auch nicht da.
Rheingau
Hier ist die Tür noch zu und ich glaube auch nicht, dass hier noch ganz viel passieren wird. August wo bist du…… Die Präsentation der ersten Gewächse wird sicherlich nicht dem ganzen Potential der im Rheingau gekelterten Pinots gerecht. Hans Lang und August Kesseler können da deutlich mehr.
Pfalz
Der erste Knipsert das Licht an und Rebholz macht es wieder aus. Die Pfalz hat eine großen Star und der feiert “Im großen Garten” seinen Winzer des Jahres und das mit recht. Ich habe fertig. Viel besser kann man in Deutschland einen Spätburgunder nicht machen, mit Gutzlers ” Morstein” für mich der beste Pinot.
Franken
Hier steht einer über Allem, wie es sich halt für einen Fürsten gehört. Der “Centgrafenberg” vom Weingut Fürst ist sicher der feingliedrigste und eleganteste der deutschen Pinots. Ich würde sogar sagen, er ist der Franzose unter den Deutschen Spätburgundern. Ein ganz großer Wein mit riesigem Potential auf Jahre hin gesehen. Er verlangt seinen Schmeckern und Schlürfern einiges ab aber für einen Bursch vom Dorf einfach ein Nummer zu groß. Hier stoße ich an meine Grenzen und verneige mein Haupt vor einem großen Deutschen Wein.
Martin Schwarz Müller Thurgau 2007
Heute möchte ich einmal einen ganz außergewöhnlichen Weißwein und ein außergewöhnliches Weingut vorstellen. Martin Schwarz aus
Sachsen ist verantwortlich für dieses besondere Experiment neuer deutscher Weinkultur (NDWK). Ein (Edel)Müller Thurgau ausgebaut im Holzfass, der diesem Wein eine außergewöhnliche Fülle und Finesse beschert. Martin Schwarz ist eigentlich als Kellermeister im Schloss Poschwitz beschäftigt, darf aber mit Genehmigung seines Chefs Dr. Georg Prinz zur Lippe nebenbei eigene Kreationen in dessen Weinkeller keltern. Schwarz bewirtschaftet er seit 2002 rund 1,3 Hektar eigene Rebflächen, ausschließlich Steillagen in Diesbar-Seußlitz, Radebeul und Meißen.
Ein typischer Müller Thurgau ist der klassische leichte Schwiegermutterwein zum Sonntagstisch. Nicht so der Müller aus Sachsen made by Martin Schwarz, schon die Nase erinnert eher an einen Chardonnay, als an einen schlichten Müller Thurgau. Trotzdem hat es Schwarz geschafft diesen Wein nicht zu breit und fett werden zu lassen. Der Wein hat Schmelz ist würzig und besitzt am Ende doch einen kleinen Kick Säure, der ihm trotz Holzausbau zum idealen Essensbegleiter werden lässt. In der Nase hat man Aromen von Birnen und Sommerblumen. Am Gaumen hat man das Gefühl gerade in eine saftige Birne gebissen zu haben. Im langen Abgang florale Noten mit leichten Holzanklängen. Hier wird mit viel Liebe zum Detail eindrucksvoll demonstriert welches Potential in der oft verkannten Rebsorte Müller Thurgau steckt. Auch wenn der Wein mit 15 Euro kein Schnäppchen ist, so kann der 2007 er Müller Thurgau von Martin Schwarz eine willkommene Abwechslung für Fans im Holzfass gereifter Weißweine sein.
Frühburgunder Barrique 2006 -Maibachfarm

Die Maibachfarm, nahe Ahrweiler, liegt in einem idyllischen Seitental oberhalb des Klosters Kalvarienberg. Es handelt sich hierbei um einen sehr umfangreichen Betrieb. Neben landwirtschaftlichen Flächen, bepflanzt mit Salat, Kräutern, Obst, Gemüse und vielem anderem umfasst die Maibachfarm 15 Hektar Weinberge. Weinberge in den besten Weinbergslagen des Ahrtals. Auf dieses Weingut bin ich durch eine Verkostung in Ellen Faupels Bioweinlager gekommen. Besonders der Frühburgunder stach durch eine enorme Komplexität und Feinheit hervor.
Kleiner Exkurs::
Der Frühburgunder ist eine eigenständige Rebsorte, die durch natürliche Mutation aus dem Spätburgunder entstand. Er unterscheidet sich zunächst durch die frühere Reife (ca. zwei Wochen früher als der Spätburgunder), daher auch die Namensgebung. Dadurch ist der Frühburgunder so gut wie nie von Grauschimmelfäule (Botrytis cinerea) befallen, der beim Spätburgunder die Farbe negativ beeinflussen kann. Die Beeren des Frühburgunders sind kleiner als die des Spätburgunders. Viele Geschmacksstoffe sitzen in der Schale der Weinbeeren. Da bei kleineren Beeren das Verhältnis von Schale zum Rest der Beere größer und der Ertrag außerdem dadurch niedriger ist, bringt der Frühburgunder nicht selten samtigere und gehaltvollere Weine als sein Bruder hervor. (Wikipedia)
Da 2006 ein wirklich hervorragendes Jahr an Ahr war, konnte man einiges erwarten. In der Nase spürt man sofort die typische Ahr Pinot Note, eine besonders fruchtige mineralische Note, den ich so nur von den Ahr Burgundern kenne. Schwarze Kirschen und etwas Cassis gepaart mit einer dezenten Holznote drängen sich an der gekrümmten Nasenscheidewand vorbei. Schon beim ersten Schluck präsentiert sich ein enorm komplexer Pinot der samtweich die Kehle hinunterläuft. Im Vergleich zu seinem reinrassigen Pinot Noir Nebenbuhler aus dem gleichen Jahr ist der Frühburgunder deutlich zugänglicher. Im Abgang enorm lang mit einer für meinen Geschmack zu intensiven Holznote. Hier wäre weniger mehr gewesen. Trotzdem ein sehr eleganter Pinot den man Freunden sehr weicher intensiver Pinots empfehlen kann. Ich würde ihm 88 Punkte geben – da er durch zuviel Holz etwas verliert.
Der Weg aus der Golfkriese

Ist man erst mal richtig in der Golfkrise, ist es ganz schwer da wieder heraus zu kommen. Zuerst habe ich es mit beten versucht, das hat nichts geholfen. Dann habe ich mit den Bällen gesprochen auch das hat nichts geholfen. Kürzlich hat mir jemand etwas von einem intermediate Target erzählt und das hat geholfen. Man legt sich flach auf den Rasen und schaut ganz lange den Ball an, dann sucht man sich Targets aus die vor dem Ball sind und zielt auf diese. Wenn man nun entlang der gedachten Linie zwischen intermediate Target und Ball spielt geht der Ball ins Loch. Probiert es mal aus es funktioniert.
Die Golfkrise ist zurück
Nach vielen Tagen auf der Driving Ranch (ge) hat sich bei mir eine Tiefe Krise eingestellt. Ich treff den scheiß Ball einfach net mehr. Rechts, Links in die Erd überall hin nur net da wo der blöde Ball hin soll nämlich gerade fliegen und zwar möglichst ins Loch. Ich habe die dollsten Ansprechpositionen für den Ball ausgesucht aber gar nix hats genützt. Die Golfkrise sitzt tief und manifestiert sich in nächtlichen Zuckungen im rechten Handgelenk,die sich bis in Gehirn übertragen, führen aber nicht zum gefürchteten Schleudertrauma. Wenn ich von rechts komme steht das Blatt offen und wenn ich von links komme, dann ist der Socket vorprogammiert. Es kann auch sein das mein Schaft am Driver Stiff ist und nicht Regular? Wer kann mir bloß helfen. Bestimmt der Würtz, denn der weiß ja auch warum Löcher im Putter sind.
Wie bekommen die Deutschen ihre Weinkultur zurück? – Teil 1 (Die Selbstreflexion)
Ich stelle mir diese Frage als Laie, der sich seit 2 Jahren intensiver mit dem Thema Wein beschäftigt. Über einen Freund der Familie und die Begeisterung für den Medoc-Marathon wuchs nach und nach das Interesse für gute Weine. Angefangen habe ich wie so viele Weinfreunde mit opulent gemachten Überseeweinen, die mir auf Anhieb gut gefielen, weil sie doch so viel besser schmecken, als der Dornfelder halbtrocken der Schwiegermutter. Nichts gegen meine Schwiegermutter ich liebe Sie (anm. der Red.). Deutsche Weine und auch der inzwischen von mir geliebte Pinot Noir waren zu Beginn nie ein Thema. Sicher hat dies auch damit zu tun, das ich nicht in einer Weinregion wohne und somit wie so viele in erster Linie meine Weine bei Aldi bezog. Das Interesse für Deutsche Weine wuchs Step by Step durch den guten Kontakt zum Weinfachberater der Weinabteilung von Karstadt Gießen. Regelmäßige Kostproben an seiner Weintheke führten dazu, dass ich nun wusste, dass Spätburgunder und Pinot Noir die gleiche Rebsorte sind u.v. m. Nach ein paar Wochen meldete ich mich und meine Frau zu einer Weinprobe in einem Bioweinlager an, um das Geschmacksbild weiter zu entwickeln.
Bei Aldi war ich nun in der Lage die Etiketten besser zu verstehen und suchte gezielt nach besonderen Weinen, die jenseits der drei Euro Grenze lagen. So wanderte der eine oder andere gute deutsche Wein in meinen “Weinkeller” S.A. Prüm , Keller, Lang u.s.w aber auch bei REWE wurde ich fündig, so kaufte ich mit dem 2007 Winkeler Hasenprung Riesling trocken auch einmal mehr als eine Flasche. Angeregt wurde ich zu diesem Kauf durch die Zeitschrift WEINWELT in der ich lass, dass dieser Wein für 5,49 mit 89 Punkt in der WEINWELT Skala ganz ordentlich abschnitt. Bewertungspunkte für Weine! Jetzt konnte ich also einkaufen ohne vorher zu probieren und würde keinen Schiffbruch erleiden! Ich begann damit im Internet nachzusehen, wie viele Punkte meine Kellerleichen hatten. Die Ernüchterung kam schnell, viele Weine lagerten dort, die in keiner Punkteskala zu finden waren, schon gar nicht in der Skala von Weinguru Parker.
Was ich hier beschrieben habe ist sicherlich eher die Entwicklung eines Hobbys, als die Entwicklung von persönlicher Weinkultur. In Nationen mit einer Weinkultur zu der die Italiener und Franzosen gehören ist Wein ein alltägliches Nahrungsmittel. Ich habe im Titel geschrieben, wie bekommen die Deutschen ihre Weinkultur zurück. Für mich stellt sich nun die Frage:
1. Wann haben sie diese Kultur verloren?
2. Haben Sie je eine Weinkultur besessen?
Um diese Fragen beantworten zu können bedarf es sicherlich einer gründlichen Recherche. Ich werde mal sehen wie tief sich mit Bordmitteln in die Materie eintauchen lässt. Fakt ist, dass die Deutschen momentan nicht viel für Nahrungsmittel und Wein auszugeben bereit sind. Ich bin es mittlerweile, nachdem ich erschmeckt habe wie interessant das Thema Wein ist und wieviel Spaß es macht mit Freunden dieses unendliche Thema zu ergründen. Habe ich nun so etwas wie Weinkultur nur weil Wein mir jetzt interessiert? Ich fühle mich zumindestens ein wenig so, als hätte ich etwas wie Weinkultur. Ich freue mich über Kommentare!
La Castellada – Besuch bei den Bensa Brüdern
Das Weingut La Castellada, was in unmittelbarer Nähe zum Weingut Radikon am Collio liegt wurde 1985 gegründet. Die Weingüter Radikon und La Castellada verbindet ein enge Freundschaft, so habe ich mich sehr gefreut, dass Sasa Radikon uns auch dem Weingut La Castellada vorstellte. Sohn Stefano Bensa führte uns wie üblich zuerst durch die Weinberge in denen Ribolla Gialla, Tocai Friulano, Chardonnay, Sauvignon Blanc und Pinot Grigio angebaut werden. Die Schädlingsbekämpfung der im Gujot Stil (Drahtrahmen) gepflanzten Reben erfolgt ausschließlich mit Kupfer und Schwefel. Aufgrund des freuchten Klimas hat man hier mit der Botrytis zu kämpfen.
Die Produktionsstile der Weine haben sich im Laufe der Jahr stark verändert und so achtet man bei La Castellada auf strickte Ertragsreduzierung, um hoch komplexe Weißwein erzeugen zu können. Früher hatte man die Weine nur für den eigenen Restaurantbedarf produziert, heute wird ein großer Teil des Weines über DSWE in den USA verkauft. La Castellada ist zwar interessiert daran ihre Weine in Deutschland zu verkaufen, sieht aber im Moment in Deutschland keinen Markt für exklusive Weißweine. La Castellada produziert im Jahr zwischen 18,000 und 25,000 Flaschen, wobei die größten Menge in Italien verkauft werden.
Wie bei Radikon liegen die Weißweine viel länger auf der Maische als man das hierzulande kennt. Ganz wie in alten Zeiten wird hier am Collio Weißwein gemacht. Durch die längere Mazeration lösen sich mehr Tannine und Antioxidantien aus den Schalen und somit kann Stefano eine wesentlich geringere Menge Schwefel einsetzen als üblich. Anders als Radikon verzichtet er aber nicht völlig darauf. Alle Weine werden in gebrauchten Barriques spontan vergohren. La Castellada benutzt 10 Jahre alte Eichenfässer, um die Fruchtaromen nicht durch das Holz zu erschlagen. Das Aushängeschild der “Bianco della Castellada” ist eine Cuvee aus 40% Pinot Grigio, 20% Chardonnay, 30% Sauvignon Blanc und 10 % Tocai Friulano. Hier liegen die Trauben 4 Tage auf der Maische ehe der Most am 5 Tag in kleine Eichenfässer gefüllt wird, um dort spontan zu vergähren. Nach etwa einem Jahr werden die einzelnen Weine dann in Stahltanks gefüllt, um dort ein weiteres Jahr zu reifen. Die Abfüllung der Weine auf die Flaschen geschieht unfiltriert, dort reifen sie dann ein weiteres Jahr bevor sie in den Verkauf kommen. Demnächst werde ich die Weine vor der Kamera verkosten.