Präsentation der Großen Gewächse 2008
Am vergangenen Wahlsonntag wurden im Kloster Eberbach, bei bestem Sonnenschein die ersten Gewächse der bedeutendsten deutschen Winzer vorgestellt. Als Pinot Freund habe ich mich natürlich in erster Linie diesen Gewächsen gewidmet. Hier wurden anders als bei den Weißweinen die Jahrgänge 2006 bzw. 2007 vorgestellt. Sicher wurden hier viele der ganz großen Deutschen Spätburgunder vorgestellt, man kann aber nicht behaupten, dass im ehrwürdigen Klostersaal nur die Elite Deutschlands am Start war. Dies hängt schlichtweg daran, dass sehr viele exzellente Spätburgunder nicht in den ausgeschriebenen Grand Cru Lagen der VDP gedeihen. Zu den besten Pinots im Lande zählen sicherlich auch August Kesselers Höllenberg, Molitors Graacher Himmelreich und Patrick Johners Steinbuck, um hier nur drei weitere meiner Favoriten zu nennen. Nun aber zu den Pinots, die man in den heiligen Hallen probieren konnte und das war teilweise aller erste Sahne. Beginnen möchte ich mit den Highlights der Ahr.
Ahr
Stodden mit dem “Rosenthal” 07 und Kreuzberg mit dem “Schieferlay” 07 präsentierten für mich persönlich die überzeugendsten Gewächse der Ahr. Sie zeigten bereits schon jetzt eine vollmundige Frucht und traumhafte Eleganz gepaart mit der grandiosen ahrtypischen Mineralität. Adeneuers “Gärkammer” für mich im letzten Jahr (06) der Gewinner, präsentiert sich würzig und beeindruckend feingliedrig ist aber noch zu verschlossen, um zu erahnen wohin hier die Reise noch gehen kann. Gleiches gilt für Stoddens vor Kraft und Tiefe strotzenden “Herrenberg” 07, der mächtig konzentriert daherkommt und sein ganzes Potential sicher erst in 10 oder mehr Jahren ausspielen kann.
Baden
Außer dem Weingut Salwey und Dr. Heger konnten für mich die roten badischen Pinot´s nicht überzeugen. Ganz anders präsentierten sich für mich die weißen Burgundersorten, allen voran der Graue Burgunder “Winkelberg” des Weingutes Stiegler. Selten zuvor habe ich einen solchen vor Frucht, Schmelz und Mineralität strotzenden Grauburgunder getrunken. Ich hätte gleich einen ganzen Eimer sau….. können, was nicht heißt, dass dies ein typischer internationaler weißer Holzburgunder ist, wie ich sie liebe. (zu meiner Schande!) Nein ganz im Gegenteil, er ist warmherzig und weich und das ohne den typischen Holzgeschmack oder kaltes Stahl. So muss ein Wein schmecken meine Herren(Damen). Auf gleicher Ebene aber deutlich internationaler bewegt sich Salweys “Eichberg” Grauer Burgunder. Hier hat eine längere Maischestandzeit dem Wein ganz viel Charakter gegeben, auf den er Stolz sein kann. Das Holz steht diesem Wein hervorragend, es tritt ohne Kitsch und Tratsch zutage.
Rheinhessen
Das die Rheinhessen in der Bundesliga spielen, wissen wir nicht erst seit Mainz 05 gibt. Aber was der Meister Gutzler da in die Flasche gezogen hat ist allergrößtes Geschmackskinotheater. Der “Morstein” Spätburgunder 07 passt so ganz in das Geschmacksschema wie ich mir einen großen Pinot vorstelle. Volle (tomatensaftige)Frucht und Würze mit nicht enden wollender Länge. Sicher werden nicht alle dieser Meinung mit mir teilen aber Pinots müssen schmecken und nicht anstrengend und kompliziert sein, denn ich komme schließlich vom Dorf
). Dieser Wein macht einfach Spass und das sicher auch noch mehr als 10 Jahren, so muss ein Pinot sein. Geistig leigen davon schon einige Flaschen in meinem Keller. Ach ja Keller, der war auch nicht da.
Rheingau
Hier ist die Tür noch zu und ich glaube auch nicht, dass hier noch ganz viel passieren wird. August wo bist du…… Die Präsentation der ersten Gewächse wird sicherlich nicht dem ganzen Potential der im Rheingau gekelterten Pinots gerecht. Hans Lang und August Kesseler können da deutlich mehr.
Pfalz
Der erste Knipsert das Licht an und Rebholz macht es wieder aus. Die Pfalz hat eine großen Star und der feiert “Im großen Garten” seinen Winzer des Jahres und das mit recht. Ich habe fertig. Viel besser kann man in Deutschland einen Spätburgunder nicht machen, mit Gutzlers ” Morstein” für mich der beste Pinot.
Franken
Hier steht einer über Allem, wie es sich halt für einen Fürsten gehört. Der “Centgrafenberg” vom Weingut Fürst ist sicher der feingliedrigste und eleganteste der deutschen Pinots. Ich würde sogar sagen, er ist der Franzose unter den Deutschen Spätburgundern. Ein ganz großer Wein mit riesigem Potential auf Jahre hin gesehen. Er verlangt seinen Schmeckern und Schlürfern einiges ab aber für einen Bursch vom Dorf einfach ein Nummer zu groß. Hier stoße ich an meine Grenzen und verneige mein Haupt vor einem großen Deutschen Wein.
Martin Schwarz Müller Thurgau 2007
Heute möchte ich einmal einen ganz außergewöhnlichen Weißwein und ein außergewöhnliches Weingut vorstellen. Martin Schwarz aus
Sachsen ist verantwortlich für dieses besondere Experiment neuer deutscher Weinkultur (NDWK). Ein (Edel)Müller Thurgau ausgebaut im Holzfass, der diesem Wein eine außergewöhnliche Fülle und Finesse beschert. Martin Schwarz ist eigentlich als Kellermeister im Schloss Poschwitz beschäftigt, darf aber mit Genehmigung seines Chefs Dr. Georg Prinz zur Lippe nebenbei eigene Kreationen in dessen Weinkeller keltern. Schwarz bewirtschaftet er seit 2002 rund 1,3 Hektar eigene Rebflächen, ausschließlich Steillagen in Diesbar-Seußlitz, Radebeul und Meißen.
Ein typischer Müller Thurgau ist der klassische leichte Schwiegermutterwein zum Sonntagstisch. Nicht so der Müller aus Sachsen made by Martin Schwarz, schon die Nase erinnert eher an einen Chardonnay, als an einen schlichten Müller Thurgau. Trotzdem hat es Schwarz geschafft diesen Wein nicht zu breit und fett werden zu lassen. Der Wein hat Schmelz ist würzig und besitzt am Ende doch einen kleinen Kick Säure, der ihm trotz Holzausbau zum idealen Essensbegleiter werden lässt. In der Nase hat man Aromen von Birnen und Sommerblumen. Am Gaumen hat man das Gefühl gerade in eine saftige Birne gebissen zu haben. Im langen Abgang florale Noten mit leichten Holzanklängen. Hier wird mit viel Liebe zum Detail eindrucksvoll demonstriert welches Potential in der oft verkannten Rebsorte Müller Thurgau steckt. Auch wenn der Wein mit 15 Euro kein Schnäppchen ist, so kann der 2007 er Müller Thurgau von Martin Schwarz eine willkommene Abwechslung für Fans im Holzfass gereifter Weißweine sein.
Frühburgunder Barrique 2006 -Maibachfarm

Die Maibachfarm, nahe Ahrweiler, liegt in einem idyllischen Seitental oberhalb des Klosters Kalvarienberg. Es handelt sich hierbei um einen sehr umfangreichen Betrieb. Neben landwirtschaftlichen Flächen, bepflanzt mit Salat, Kräutern, Obst, Gemüse und vielem anderem umfasst die Maibachfarm 15 Hektar Weinberge. Weinberge in den besten Weinbergslagen des Ahrtals. Auf dieses Weingut bin ich durch eine Verkostung in Ellen Faupels Bioweinlager gekommen. Besonders der Frühburgunder stach durch eine enorme Komplexität und Feinheit hervor.
Kleiner Exkurs::
Der Frühburgunder ist eine eigenständige Rebsorte, die durch natürliche Mutation aus dem Spätburgunder entstand. Er unterscheidet sich zunächst durch die frühere Reife (ca. zwei Wochen früher als der Spätburgunder), daher auch die Namensgebung. Dadurch ist der Frühburgunder so gut wie nie von Grauschimmelfäule (Botrytis cinerea) befallen, der beim Spätburgunder die Farbe negativ beeinflussen kann. Die Beeren des Frühburgunders sind kleiner als die des Spätburgunders. Viele Geschmacksstoffe sitzen in der Schale der Weinbeeren. Da bei kleineren Beeren das Verhältnis von Schale zum Rest der Beere größer und der Ertrag außerdem dadurch niedriger ist, bringt der Frühburgunder nicht selten samtigere und gehaltvollere Weine als sein Bruder hervor. (Wikipedia)
Da 2006 ein wirklich hervorragendes Jahr an Ahr war, konnte man einiges erwarten. In der Nase spürt man sofort die typische Ahr Pinot Note, eine besonders fruchtige mineralische Note, den ich so nur von den Ahr Burgundern kenne. Schwarze Kirschen und etwas Cassis gepaart mit einer dezenten Holznote drängen sich an der gekrümmten Nasenscheidewand vorbei. Schon beim ersten Schluck präsentiert sich ein enorm komplexer Pinot der samtweich die Kehle hinunterläuft. Im Vergleich zu seinem reinrassigen Pinot Noir Nebenbuhler aus dem gleichen Jahr ist der Frühburgunder deutlich zugänglicher. Im Abgang enorm lang mit einer für meinen Geschmack zu intensiven Holznote. Hier wäre weniger mehr gewesen. Trotzdem ein sehr eleganter Pinot den man Freunden sehr weicher intensiver Pinots empfehlen kann. Ich würde ihm 88 Punkte geben – da er durch zuviel Holz etwas verliert.
Der Weg aus der Golfkriese

Ist man erst mal richtig in der Golfkrise, ist es ganz schwer da wieder heraus zu kommen. Zuerst habe ich es mit beten versucht, das hat nichts geholfen. Dann habe ich mit den Bällen gesprochen auch das hat nichts geholfen. Kürzlich hat mir jemand etwas von einem intermediate Target erzählt und das hat geholfen. Man legt sich flach auf den Rasen und schaut ganz lange den Ball an, dann sucht man sich Targets aus die vor dem Ball sind und zielt auf diese. Wenn man nun entlang der gedachten Linie zwischen intermediate Target und Ball spielt geht der Ball ins Loch. Probiert es mal aus es funktioniert.
Die Golfkrise ist zurück
Nach vielen Tagen auf der Driving Ranch (ge) hat sich bei mir eine Tiefe Krise eingestellt. Ich treff den scheiß Ball einfach net mehr. Rechts, Links in die Erd überall hin nur net da wo der blöde Ball hin soll nämlich gerade fliegen und zwar möglichst ins Loch. Ich habe die dollsten Ansprechpositionen für den Ball ausgesucht aber gar nix hats genützt. Die Golfkrise sitzt tief und manifestiert sich in nächtlichen Zuckungen im rechten Handgelenk,die sich bis in Gehirn übertragen, führen aber nicht zum gefürchteten Schleudertrauma. Wenn ich von rechts komme steht das Blatt offen und wenn ich von links komme, dann ist der Socket vorprogammiert. Es kann auch sein das mein Schaft am Driver Stiff ist und nicht Regular? Wer kann mir bloß helfen. Bestimmt der Würtz, denn der weiß ja auch warum Löcher im Putter sind.
Wie bekommen die Deutschen ihre Weinkultur zurück? – Teil 1 (Die Selbstreflexion)
Ich stelle mir diese Frage als Laie, der sich seit 2 Jahren intensiver mit dem Thema Wein beschäftigt. Über einen Freund der Familie und die Begeisterung für den Medoc-Marathon wuchs nach und nach das Interesse für gute Weine. Angefangen habe ich wie so viele Weinfreunde mit opulent gemachten Überseeweinen, die mir auf Anhieb gut gefielen, weil sie doch so viel besser schmecken, als der Dornfelder halbtrocken der Schwiegermutter. Nichts gegen meine Schwiegermutter ich liebe Sie (anm. der Red.). Deutsche Weine und auch der inzwischen von mir geliebte Pinot Noir waren zu Beginn nie ein Thema. Sicher hat dies auch damit zu tun, das ich nicht in einer Weinregion wohne und somit wie so viele in erster Linie meine Weine bei Aldi bezog. Das Interesse für Deutsche Weine wuchs Step by Step durch den guten Kontakt zum Weinfachberater der Weinabteilung von Karstadt Gießen. Regelmäßige Kostproben an seiner Weintheke führten dazu, dass ich nun wusste, dass Spätburgunder und Pinot Noir die gleiche Rebsorte sind u.v. m. Nach ein paar Wochen meldete ich mich und meine Frau zu einer Weinprobe in einem Bioweinlager an, um das Geschmacksbild weiter zu entwickeln.
Bei Aldi war ich nun in der Lage die Etiketten besser zu verstehen und suchte gezielt nach besonderen Weinen, die jenseits der drei Euro Grenze lagen. So wanderte der eine oder andere gute deutsche Wein in meinen “Weinkeller” S.A. Prüm , Keller, Lang u.s.w aber auch bei REWE wurde ich fündig, so kaufte ich mit dem 2007 Winkeler Hasenprung Riesling trocken auch einmal mehr als eine Flasche. Angeregt wurde ich zu diesem Kauf durch die Zeitschrift WEINWELT in der ich lass, dass dieser Wein für 5,49 mit 89 Punkt in der WEINWELT Skala ganz ordentlich abschnitt. Bewertungspunkte für Weine! Jetzt konnte ich also einkaufen ohne vorher zu probieren und würde keinen Schiffbruch erleiden! Ich begann damit im Internet nachzusehen, wie viele Punkte meine Kellerleichen hatten. Die Ernüchterung kam schnell, viele Weine lagerten dort, die in keiner Punkteskala zu finden waren, schon gar nicht in der Skala von Weinguru Parker.
Was ich hier beschrieben habe ist sicherlich eher die Entwicklung eines Hobbys, als die Entwicklung von persönlicher Weinkultur. In Nationen mit einer Weinkultur zu der die Italiener und Franzosen gehören ist Wein ein alltägliches Nahrungsmittel. Ich habe im Titel geschrieben, wie bekommen die Deutschen ihre Weinkultur zurück. Für mich stellt sich nun die Frage:
1. Wann haben sie diese Kultur verloren?
2. Haben Sie je eine Weinkultur besessen?
Um diese Fragen beantworten zu können bedarf es sicherlich einer gründlichen Recherche. Ich werde mal sehen wie tief sich mit Bordmitteln in die Materie eintauchen lässt. Fakt ist, dass die Deutschen momentan nicht viel für Nahrungsmittel und Wein auszugeben bereit sind. Ich bin es mittlerweile, nachdem ich erschmeckt habe wie interessant das Thema Wein ist und wieviel Spaß es macht mit Freunden dieses unendliche Thema zu ergründen. Habe ich nun so etwas wie Weinkultur nur weil Wein mir jetzt interessiert? Ich fühle mich zumindestens ein wenig so, als hätte ich etwas wie Weinkultur. Ich freue mich über Kommentare!
La Castellada – Besuch bei den Bensa Brüdern
Das Weingut La Castellada, was in unmittelbarer Nähe zum Weingut Radikon am Collio liegt wurde 1985 gegründet. Die Weingüter Radikon und La Castellada verbindet ein enge Freundschaft, so habe ich mich sehr gefreut, dass Sasa Radikon uns auch dem Weingut La Castellada vorstellte. Sohn Stefano Bensa führte uns wie üblich zuerst durch die Weinberge in denen Ribolla Gialla, Tocai Friulano, Chardonnay, Sauvignon Blanc und Pinot Grigio angebaut werden. Die Schädlingsbekämpfung der im Gujot Stil (Drahtrahmen) gepflanzten Reben erfolgt ausschließlich mit Kupfer und Schwefel. Aufgrund des freuchten Klimas hat man hier mit der Botrytis zu kämpfen.
Die Produktionsstile der Weine haben sich im Laufe der Jahr stark verändert und so achtet man bei La Castellada auf strickte Ertragsreduzierung, um hoch komplexe Weißwein erzeugen zu können. Früher hatte man die Weine nur für den eigenen Restaurantbedarf produziert, heute wird ein großer Teil des Weines über DSWE in den USA verkauft. La Castellada ist zwar interessiert daran ihre Weine in Deutschland zu verkaufen, sieht aber im Moment in Deutschland keinen Markt für exklusive Weißweine. La Castellada produziert im Jahr zwischen 18,000 und 25,000 Flaschen, wobei die größten Menge in Italien verkauft werden.
Wie bei Radikon liegen die Weißweine viel länger auf der Maische als man das hierzulande kennt. Ganz wie in alten Zeiten wird hier am Collio Weißwein gemacht. Durch die längere Mazeration lösen sich mehr Tannine und Antioxidantien aus den Schalen und somit kann Stefano eine wesentlich geringere Menge Schwefel einsetzen als üblich. Anders als Radikon verzichtet er aber nicht völlig darauf. Alle Weine werden in gebrauchten Barriques spontan vergohren. La Castellada benutzt 10 Jahre alte Eichenfässer, um die Fruchtaromen nicht durch das Holz zu erschlagen. Das Aushängeschild der “Bianco della Castellada” ist eine Cuvee aus 40% Pinot Grigio, 20% Chardonnay, 30% Sauvignon Blanc und 10 % Tocai Friulano. Hier liegen die Trauben 4 Tage auf der Maische ehe der Most am 5 Tag in kleine Eichenfässer gefüllt wird, um dort spontan zu vergähren. Nach etwa einem Jahr werden die einzelnen Weine dann in Stahltanks gefüllt, um dort ein weiteres Jahr zu reifen. Die Abfüllung der Weine auf die Flaschen geschieht unfiltriert, dort reifen sie dann ein weiteres Jahr bevor sie in den Verkauf kommen. Demnächst werde ich die Weine vor der Kamera verkosten.
Golf auf Brijuni – ein tierisches Erlebnis

Haben Sie jemals in Ihrer Karriere als Golfer in der Gesellschaft von Hirschen, Mufflons, Hasen und Pfauen Golf gespielt? Haben Sie jemals auf sandigen Greens geputtet? Sofern Sie ein ganz neues Erlebnis beim Golfspielen erfahren möchten, dann muss der Golfplatz auf Brioni Ihr nächstes Ziel werden. Hier wird Golf auf einem einzigartigen Golfplatz aus dem Jahr 1922 gespielt, der damals lobenswerterweise als der größte und natürlich schönste Golfplatz zu jener Zeit galt.
Als sich Paul Kupelwieser entschloss, aus den Brioni einen Ferienort für die High-Society zu schaffen, war ihm klar, dass er auch einen Golfplatz bauen müsse. Paul Kupelwieser stirbt zwar im Jahr 1919, doch von der Idee des Vaters eingenommen, nimmt sein Sohn Karl dieses Projekt im Laufe des Jahres 1922 in Angriff. Bereits im Jahr 1923 findet das erste
Golfturnier statt. Damals handelte es sich um die erste Golfanlage (ein mit Hotels verbundener Platz) in diesem Raum. Da sich sowohl die Zahl der Spieler, als auch ihre Ansprüche steigerten, bestand die Notwendigkeit den eigentlichen Platz neu zu gestalten. Dieser wurde im Zeitraum von 1923 bis 1933 vier Mal verändert. Der letzte, und gleichzeitig größte und qualitativste, wurde einen der besten Golfarchitekten zu jener Zeit, George Thomas und Tom Simpson, anvertraut. Im Frühjahr 2006 sind alle 18 Löcher nach den Zeichnungen dieser großen Meister rekonstruiert worden.
Das, was Golfer am Platz auf Brioni am meisten impressioniert, ist die Atmosphäre, die von diesem Terrain ausgeht. Hier kann man noch immer den Reiz des Spiels in einer unberührten Natur spüren. Dieser, man kann zu Recht sagen, ökologische Golfplatz hinterlässt einen tiefen Eindruck. Hier werden keine Pestiziden verwendet, es gibt auch keine künstliche Bewässerung, so dass auch das Grün des Platzes von den Wetterverhältnissen abhängt. Hier ist alles, als ob die Zeit vor 80 Jahren stehen geblieben wäre.
Alles, was ein moderner Golfer von einem Platz verlangt, wird ihm hier geboten: Strategie des Spiels, Benutzung aller Arten von Schlägern und Abschlägen, Herausforderungen…
Angaben zum Golfplatz: In der Stille des nordöstlichen Teils der Insel befinden sich 18 Löcher (PAR 71, SSS 71), Länge 5.486 m (Länge für Damen – 4.977 m). Der Platz ist nicht zu anspruchsvoll, und daher ist er für alle Spieler geeignet (von Freizeitgolfern bis zu Profis). Die Fairways sind breit und lassen diverse Spielfehler zu. Als Hindernisse auf dem Platz dienen Sandgruben (Bunker), genügend kleine Wäldchen, vereinzelte Bäume und Sträucher, sowie natürlich Wasserhindernisse. Ein besonderes Erlebnis sind die vorbeiwanderenden Pfaue und Hirsche, die einem einen wunderschönen guten morgen wünschen. Ein Fore rufen hilft da nichts, man muss warten bis sie wieder weg sind. Man fühlt sich hier und da wie in der Afrikanischen Savanne. Es ist ein wahnsinnig tolles Naturerlebnis, welches hier und da an Crossgolf erinnert.
Radikon – ein besonderes Weingut am Collio
Ich hatte vor wenigen Tagen die besondere Ehre das Weingut Radikon besuchen zu dürfen. Radikon das hört sich Radikal an und so ist dieses Weingut auch, was die Umsetzung biodynamischen Weinbaus angeht. Sasa Radikon führte mich durch die Weinberge und den Weinkeller des sehr kleinen aber feinen und sehr familiären Weingutes am Rade der italienisch, slowenischen Grenze. Während des ersten Weltkrieges fanden hier heftige Schlachten zwischen Italienern und Österreichern statt. Der Collio, wie sich diese Weinbauregion Friauls nennt, ist bekannt für außergewöhnliche Weißweine, die auf der Welt ihresgleichen suchen. Noch nie zuvor hatte ich Weißweine mit solch intensiven Aromen vorher verkostet.
Schon im Weinberg, sieht man mit welcher Hingabe und Präzision Radikons arbeiten. Sasa, Stanislav Radikons Sohn hat in Udine Weinbau studiert und das Handwerk von der Pike auf gelernt. Im Weinberg werden keinerlei Pestizide verwendet, nur Kupfer wird zur Bekämpfung von Schädlingen eingesetzt. Die Ertragsreduzierung ist extrem, nur 5 Reben pro Stock maximal z.B beim Merlot. Angebaut werden Ribolla Gialla, Pinot Grigio, Tokai, Chardonnay, Sauvignon Blanc und Merlot.
Der Ausbau der Weißweine erfolgt bei Radikon mit einer 3 monatigen Maischegährung, was man sonst nur von Rotweinen kennt. Die Extraktion ist extrem und so sehen Radikons Weißweine komplett anders aus, als alle anderen Weißweine, die ich bisher kannte. Die Farbe des Ribolla Gialla ist orangegelb. Die Weine sind intensiv duftend nach Organgenschalen, Sherry und Aprikosen. Nie zuvor hatte ich solch einen komplexen und extrem aromatischen Weißwein im Glas. Die jungen Jahrgänge befinden sich alle noch in den Fässern, denn ein echter Radion liegt mindestens 3 Jahre im Fass und lagert noch ein Jahr in der Flasche bevor er in den Verkauf kommt. Der Jahrgang 2008 , den ich aus dem Fass probieren konnte ist sehr
tanninhaltig , extrem fruchtig, mineralisch und extraktreich. Der Jahrgang 2004 präsentiert sich weich, wuchtig und von einer enormen Komplexität. Der älteste Jahrgang, der auf diese Weise gekeltert wurde (1995), ist ebenfalls noch sehr frisch und zeigt keinerlei Überreife. Radikons Weißweinen wird ein enormes Lagerungspotential vorrausgesagt.
Eine weitere Besonderheit bei Radikon sind die Flaschen, in welche die Weine abgefüllt werden. Die Flaschen haben schmalere Hälse und dementsprechend auch kleinere Korken, von besondere Dichte. Radikon sagte, es handele sich um miniaturisierte Magnumflaschen, in denen die Weine besser reifen sollen. Die Standardflasche bei Radikon ist nicht 0,75 l sondern nur 0,5 l. Die nächste Größe ist dann die 1l Flasche ebenfalls mit einem viel kleineren Korken. Radikons Weine werden in erste Linie in Italien verkauft aber auch in den USA sind die Weine der Friauler Edelwinery sehr gefragt.Ich kann nur jedem Weißweinkenner empfehlen einmal einen Radikon zu trinken, es ist ein ganz besonderes, wenn auch nicht ganz günstiges Geschmackserlebnis. Der Oslavia eine Cuvee aus Pinot Grigio, Sauvignon Blanc und Chardonnay ist ganz groß. Radikons Weine sind ungeschwefelt was ebenfalls sehr selten vorkommt, da die Weine bei der kleinsten Verunreinigung kippen könnten. Radikon verwendet keinen Schwefel, da er dem Meinung ist, dass durch Schwefeldioxid im Wein die B Vitamine zerstört werden. Das Fehlen von Vitamin B1 im Körper kann beispielsweise Diabetes und viele Allergien auslösen. Radikons Wein zerstören diese Vitamine nicht. Eine Grund mehr seine Weine zu trinken
)
Der Besuch bei Radikons war sehr herzlich und familiär, wir kommen wieder.
Besuch bei Gianfranco Kozlovic
Seit fünf Jahren erlebt die Halbinsel Istrien einen Weinboom, der auf das Engagement einiger Jungwinzer zurückzuführen ist. Istrien ist für seine lange Weinkultur bekannt, die durch die Zeit des Kommunismus und des Krieges einen herben Rückschlag erlitt. Die bekanntesten Rebsorten Istriens, aus denen mann Spitzenwein keltern kann sind der Momjaner Muskat, Malvasia und Teran.
Gianfranco Kozlovic ist laut den Aussagen von Weinkennern der istrianischen Weinszene der Produzent des besten trockenen Weißweins Istriens. So machte ich mich während des Istrienurlaubs kurzentschlossen auf den Weg nach Momjan dem besonderen Weinort an der kroatisch slowenischen Grenze. Momjan liegt etwas versteckt in einem sehr schmalen Tal in der Nähe von Buje. Von weitem konnte man schon eine neue Baustelle erkennen, ein Zeichen, dass Koslovic sein Weingut von grundauf erneuert, um sich auf den wachsenden Bedarf seiner Weine einzustellen.
Dort angekommen machte ich sogleich Bekanntschaft mit dem Chef selbst, der mir seine Weine persönlich vorstellte. Gespannt war ich auf seinen Malvasia Santa Lucia. Der Malvasia Santa Lucia von 2001, von dem nur insgesamt einige tausend Flaschen produziert wurden, ist einer der wenigen wirklich großen kroatischen Weißweine. Sein Basiswein ist ein trocken ausgebauter Malvasia, der sehr weich und fruchtig daherkommt. Ein wunderbarer Essensbegleiter für Schaltiere und Pasta. Im Geschmack erinnert er mich an eine Mischung aus Silvaner und Sauvignon Blanc mit etwas mehr Restsüße.
Nun war der Santa Lucia an der Reihe eine Selektion aus Malvasia, die nur in den besten Jahren produziert wird. Der Santa Lucia wird zu 80 % in Inox Tanks und zu 20% in französicher Eiche ausgebaut. Umgehauen hat mich der Blick auf den Alkoholgehalt des Weines, der mit 15% angegeben wird aber im Geschmacksbild nicht zutagetritt. Der Santa Maria ist goldgelb in der Farbe und läuft ins Glas wie bestes Olivenöl. Die Nase ist intensiv, wie alle Malvasias. Düfte nach frischer Aprikose und reifer Wiliamsbirne kommen in meiner Nase an. Am Gaumen präsentiert er sich voll fruchtig mit etwas Vanille, ein großer Weißwein, der hält, was er verspricht. Säure, Restsüße und Alkohol stehen im richtigen Verhältnis zueinander, der Abgang ist sehr lang. Zum Essen wäre er mir eine Spur zu fett.
Als nächsten Wein probierte ich den Momjaner Muskat, ein herrlich fruchtiger Wein, mit 8 Gramm Restsüße. Er ist superintensiv in der Nase und auch am Gaumen eine Fruchtbombe ohne abstingierende Süße. Mir hat dieser Wein extrem gut gefallen und erinnerte mich an den Moskato Giallo von Manincor. Überhaupt sucht Gianfranco Kozlovic seine Vorbilder in Südtriol und das wirklich zu Recht und nicht ohne Grund, denn das istrianische Porec und St. Michele (Südtriol) haben eine geinsame Vergangenheit, was das keltern von Weinen anbelangt. Im Jahre 1904 gehörten die Weininstitute St. Michele und Porec noch zusammen. So ist es auch zu erklären, dass der Rosenmuskaleller, eine sehr seltene Weinsorte in Kroatien und in Südtriol zu finden ist.
Gianofranco Kozlovic macht exzellente Weißweine, die das Terroir Istriens wiedergeben. Ich bin mir sicher er wird in Zukunft über die Grenzen Istriens bekannt werden.
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