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Präsentation der Großen Gewächse 2008

vdplogo2001Am vergangenen Wahlsonntag wurden im Kloster Eberbach, bei bestem Sonnenschein die ersten Gewächse der bedeutendsten deutschen Winzer vorgestellt. Als Pinot Freund habe ich mich natürlich in erster Linie diesen Gewächsen gewidmet. Hier wurden anders als bei den Weißweinen die Jahrgänge 2006 bzw. 2007 vorgestellt. Sicher wurden hier viele der ganz großen Deutschen Spätburgunder vorgestellt, man kann aber nicht behaupten, dass im ehrwürdigen Klostersaal nur die Elite Deutschlands am Start war. Dies hängt schlichtweg daran, dass sehr viele exzellente Spätburgunder nicht in den ausgeschriebenen Grand Cru Lagen der VDP gedeihen.  Zu den besten Pinots im Lande zählen sicherlich auch  August Kesselers Höllenberg, Molitors Graacher Himmelreich und Patrick Johners Steinbuck, um hier nur drei weitere meiner Favoriten zu nennen. Nun aber zu den Pinots, die man in den heiligen Hallen probieren konnte und das war teilweise aller erste Sahne. Beginnen möchte ich mit den Highlights der Ahr.

Ahr

Stodden mit dem “Rosenthal” 07 und Kreuzberg mit dem “Schieferlay” 07 präsentierten für mich persönlich die überzeugendsten Gewächse der Ahr.  Sie zeigten bereits schon jetzt eine vollmundige Frucht und traumhafte Eleganz gepaart mit der grandiosen ahrtypischen  Mineralität. Adeneuers “Gärkammer” für mich im letzten Jahr (06) der Gewinner, präsentiert sich würzig und beeindruckend feingliedrig ist aber noch zu verschlossen, um zu erahnen wohin hier die Reise noch gehen kann. Gleiches gilt für Stoddens vor Kraft und Tiefe strotzenden “Herrenberg” 07, der mächtig konzentriert daherkommt und sein ganzes Potential sicher erst in 10 oder mehr Jahren ausspielen kann.

Baden

Außer dem Weingut Salwey und Dr. Heger konnten für mich die roten badischen Pinot´s  nicht überzeugen. Ganz anders präsentierten sich für mich die weißen Burgundersorten, allen voran der Graue Burgunder “Winkelberg” des Weingutes Stiegler. Selten zuvor habe ich einen solchen vor Frucht, Schmelz  und Mineralität strotzenden Grauburgunder getrunken. Ich hätte gleich einen ganzen Eimer sau….. können, was nicht heißt, dass dies ein typischer internationaler weißer Holzburgunder ist, wie ich sie liebe. (zu meiner Schande!) Nein ganz im Gegenteil, er ist warmherzig und weich und das ohne den typischen Holzgeschmack oder kaltes Stahl. So muss ein Wein schmecken meine Herren(Damen). Auf gleicher Ebene aber deutlich internationaler bewegt sich Salweys “Eichberg” Grauer Burgunder. Hier hat eine längere Maischestandzeit dem Wein ganz viel Charakter gegeben, auf den er Stolz sein kann. Das Holz steht diesem Wein hervorragend, es tritt ohne Kitsch und Tratsch zutage.

Rheinhessen

Das die Rheinhessen in der Bundesliga spielen, wissen wir nicht erst seit Mainz 05 gibt. Aber was der Meister Gutzler da in die Flasche gezogen hat ist allergrößtes Geschmackskinotheater. Der “Morstein” Spätburgunder 07 passt so ganz in das Geschmacksschema wie ich mir einen großen Pinot vorstelle. Volle (tomatensaftige)Frucht und Würze mit nicht enden wollender Länge. Sicher werden nicht alle dieser Meinung mit mir teilen aber Pinots müssen schmecken und nicht anstrengend und kompliziert sein, denn ich komme schließlich vom Dorf ;-) ). Dieser Wein macht einfach Spass und das sicher auch noch mehr als 10 Jahren, so muss ein Pinot sein. Geistig leigen davon schon einige Flaschen in meinem Keller. Ach ja Keller, der war auch nicht da.

Rheingau

Hier ist die Tür noch zu und ich glaube auch nicht, dass hier noch ganz viel passieren wird. August wo bist du……  Die Präsentation der ersten Gewächse wird sicherlich nicht dem ganzen Potential der im Rheingau gekelterten Pinots gerecht. Hans Lang und August Kesseler können da deutlich mehr.

Pfalz

Der erste Knipsert das Licht an und Rebholz macht es wieder aus. Die Pfalz hat eine großen Star und der feiert “Im großen Garten” seinen Winzer des Jahres und das mit recht. Ich habe fertig. Viel besser kann man in Deutschland einen Spätburgunder nicht machen, mit Gutzlers ” Morstein” für mich der beste Pinot.

Franken

Hier steht einer über Allem, wie es sich halt für einen Fürsten gehört. Der “Centgrafenberg” vom Weingut Fürst ist sicher der feingliedrigste und eleganteste der deutschen Pinots. Ich würde sogar sagen, er ist der Franzose unter den Deutschen Spätburgundern. Ein ganz großer Wein mit riesigem Potential auf Jahre hin gesehen. Er verlangt seinen Schmeckern und Schlürfern einiges ab aber für einen Bursch vom Dorf einfach ein Nummer zu groß. Hier stoße ich an meine Grenzen und verneige mein Haupt vor einem großen Deutschen Wein.