Artikel-Schlagworte: „Schwarz“

Gastverkoster bei den Drunkenmondays

Die Jungs vom Drunkenmonday sind eine Truppe geselliger Weinexperten, die sich regelmäßig alle zwei Wochen in Giessen zusammenfindet, um mit Wein über Wein zu philiosphieren. Außnahmsweise traf man sich dieses mal an einem Mittwoch zur Müller Thurgau Verkostung. Alle waren gespannt, welche besonderen Müllers die Teilnehmer auf den Tisch stellten.

Hier sind Sie !   alle Müllers nebeneinander entblößt und erleichtert

tl_files/sportundwein/mueller_Thurgau.jpg

Achkarren, Lemler (Mittelrhein), Haas (Südtriol), Stahl, Zur Schwane, Juliusspital,Fürst (Franken) Pawis (Saale Unstruth) und Schwarz (Sachsen)

Wer der Gewinner des Abends war ist schnell gesagt: Müller Thurgau eine unterschätzte Rebsorte, die immer mehr Winzer als Spitzengewächse für sich entdecken. Dem Müller sagt man nach, dass er leicht zugänglich sei, schlank daher kommt und schnell wieder verschwunden ist. Beim Winzerhof Stahl trifft dies definitiv nicht zu. Die Weine sind spritzig frisch und auf den ersten Schluck nicht sofort als Müller Thurgau erkennbar. Ihr Gerüst ist straff, Restsüße und Säure sind gut ausbalanciert und manche haben mich schon in der Nase eher an einen Riesling oder Sauvignon Blanc erinnert als an einen Müller Thurgau.

Typische Müller Thurgau Vertreter, wie ich sie erwartet hätte, waren eher die Weine vom Juluisspital, zur Schwane, Achkarren und Lemler. Man muss aber für sich entscheiden, was man gerne möchte: Einen leichten zugänglichen Wein oder einen interessanten rassigen Müller Thurgau wie einen Pawis, einen Haas oder der Fürst. Für mich komplett aus der Reihe tanzt der Müller vom Weingut Schwarz aus Sachsen. Der Kellermeister vom Schloss Poschwitz treibt ein Spiel auf Messers Schneide mit Holznoten und gelben Früchten, wie man es sonst nur von einem Chardonnay kennt. Die Meinungen zu diesem Wein waren geteilt, mir hat er auf jeden Fall sehr gut geschmeckt.