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La Castellada – Besuch bei den Bensa Brüdern

gujotDas Weingut La Castellada, was in unmittelbarer Nähe zum Weingut Radikon am Collio liegt wurde 1985 gegründet. Die Weingüter Radikon und La Castellada verbindet ein enge Freundschaft, so habe ich mich sehr gefreut, dass Sasa Radikon uns auch dem Weingut La Castellada vorstellte. Sohn Stefano Bensa führte uns wie üblich zuerst durch die Weinberge in denen Ribolla Gialla, Tocai Friulano, Chardonnay, Sauvignon Blanc und Pinot Grigio angebaut werden. Die Schädlingsbekämpfung der im Gujot Stil (Drahtrahmen) gepflanzten Reben erfolgt ausschließlich mit Kupfer und Schwefel. Aufgrund des freuchten Klimas hat man hier mit der Botrytis zu kämpfen.

Die Produktionsstile der Weine haben sich im Laufe der Jahr stark verändert und so achtet man bei La Castellada auf strickte Ertragsreduzierung, um hoch komplexe Weißwein erzeugen zu können. Früher hatte man die Weine nur für den eigenen Restaurantbedarf produziert, heute wird ein großer Teil des Weines über DSWE in den USA verkauft.  La Castellada ist zwar interessiert daran ihre Weine in Deutschland zu verkaufen, sieht aber im Moment in Deutschland keinen Markt für exklusive Weißweine. La Castellada produziert im Jahr zwischen 18,000 und 25,000 Flaschen, wobei die größten Menge in Italien verkauft werden.

StefanoWie bei Radikon liegen die Weißweine viel länger auf der Maische als man das hierzulande kennt. Ganz wie in alten Zeiten wird hier am Collio Weißwein gemacht. Durch die längere Mazeration lösen sich mehr Tannine und Antioxidantien aus den Schalen und somit kann Stefano eine wesentlich geringere Menge Schwefel einsetzen als üblich. Anders als Radikon verzichtet er aber nicht völlig darauf. Alle Weine werden in gebrauchten Barriques spontan vergohren. La Castellada benutzt 10 Jahre alte Eichenfässer, um die Fruchtaromen nicht durch das Holz zu erschlagen. Das Aushängeschild der “Bianco della Castellada” ist eine Cuvee aus 40% Pinot Grigio, 20% Chardonnay, 30% Sauvignon Blanc und 10 % Tocai Friulano. Hier liegen die Trauben 4 Tage auf der Maische ehe der Most  am 5 Tag in kleine Eichenfässer gefüllt wird, um dort spontan zu vergähren.  Nach etwa einem Jahr werden die einzelnen Weine dann in Stahltanks gefüllt, um dort ein weiteres Jahr zu reifen. Die Abfüllung der Weine auf die Flaschen geschieht unfiltriert, dort reifen sie dann ein weiteres Jahr bevor sie in den Verkauf kommen. Demnächst werde ich die Weine vor der Kamera verkosten.

Radikon – ein besonderes Weingut am Collio

Bild 1Ich hatte vor wenigen Tagen die besondere Ehre das Weingut Radikon besuchen zu dürfen. Radikon das hört sich Radikal an und so ist dieses Weingut auch, was die Umsetzung biodynamischen Weinbaus angeht. Sasa Radikon führte mich durch die Weinberge und den Weinkeller des sehr kleinen aber feinen und sehr familiären Weingutes am Rade der italienisch, slowenischen Grenze. Während des ersten Weltkrieges fanden hier heftige Schlachten zwischen Italienern und Österreichern statt. Der Collio, wie sich diese Weinbauregion Friauls nennt, ist bekannt für außergewöhnliche Weißweine, die auf der Welt ihresgleichen suchen. Noch nie zuvor hatte ich Weißweine mit solch intensiven Aromen vorher verkostet.

Schon im Weinberg, sieht man mit welcher Hingabe und Präzision Radikons arbeiten. Sasa, Stanislav Radikons Sohn hat in Udine Weinbau studiert und das Handwerk von der Pike auf gelernt. Im Weinberg werden keinerlei Pestizide verwendet, nur Kupfer wird zur Bekämpfung von Schädlingen eingesetzt. Die Ertragsreduzierung ist extrem, nur 5 Reben pro Stock maximal z.B beim Merlot. Angebaut werden Ribolla Gialla, Pinot Grigio, Tokai, Chardonnay, Sauvignon Blanc und Merlot.

sasaDer Ausbau der Weißweine erfolgt bei Radikon mit einer 3 monatigen Maischegährung, was man sonst nur von Rotweinen kennt. Die Extraktion ist extrem und so sehen Radikons Weißweine komplett anders aus, als alle anderen Weißweine, die ich bisher kannte. Die Farbe des Ribolla Gialla ist orangegelb. Die Weine sind intensiv duftend nach Organgenschalen, Sherry und Aprikosen. Nie zuvor hatte ich solch einen komplexen und extrem aromatischen Weißwein im Glas. Die jungen Jahrgänge befinden sich alle noch in den Fässern, denn ein echter Radion liegt mindestens 3 Jahre im Fass und lagert noch ein Jahr in der Flasche bevor er in den Verkauf kommt. Der Jahrgang 2008 , den ich aus dem Fass probieren konnte ist sehr flschentanninhaltig , extrem fruchtig, mineralisch und extraktreich. Der Jahrgang 2004 präsentiert sich weich, wuchtig und von einer enormen Komplexität.  Der älteste Jahrgang, der auf diese Weise gekeltert wurde (1995), ist ebenfalls noch sehr frisch und zeigt keinerlei Überreife. Radikons Weißweinen wird ein enormes Lagerungspotential vorrausgesagt.

Eine weitere Besonderheit bei Radikon sind die Flaschen, in welche die Weine abgefüllt werden. Die Flaschen haben schmalere Hälse und dementsprechend auch kleinere Korken, von besondere Dichte. Radikon sagte, es handele sich um miniaturisierte Magnumflaschen, in denen die Weine besser reifen sollen. Die Standardflasche bei Radikon ist nicht 0,75 l sondern nur 0,5 l. Die nächste Größe ist dann die 1l Flasche ebenfalls mit einem viel kleineren Korken. Radikons Weine werden in erste Linie in Italien verkauft aber auch in den USA sind die Weine der Friauler Edelwinery sehr gefragt.Ich kann nur jedem Weißweinkenner empfehlen einmal einen Radikon zu trinken, es ist ein ganz besonderes, wenn auch nicht ganz günstiges Geschmackserlebnis. Der Oslavia eine Cuvee aus Pinot Grigio, Sauvignon Blanc und Chardonnay ist ganz groß. Radikons Weine sind ungeschwefelt was ebenfalls sehr selten vorkommt, da die Weine bei der kleinsten Verunreinigung kippen könnten. Radikon verwendet keinen Schwefel, da er dem Meinung ist, dass durch Schwefeldioxid im Wein die B Vitamine zerstört werden. Das Fehlen von Vitamin B1 im Körper kann beispielsweise Diabetes und viele Allergien auslösen. Radikons Wein zerstören diese Vitamine nicht. Eine Grund mehr seine Weine zu trinken ;-) )

Der Besuch bei Radikons war sehr herzlich und familiär, wir kommen wieder.